Der Wal von Westerholz

Am 23.07.2016 findet von 11°° – 16°° Uhr in Westerholz der „Waltag“ statt.

Der Wal läßt sich mit einem schönen Spaziergang verbinden.

Der Wal läßt sich mit einem schönen Spaziergang verbinden.

Wal2

Wal3Hintergrund des Waltages ist ein in der Nacht vom 16.03.1911 zum 17.03.1911 Wal der an der Flensburger Förde zwischen Westerholz und Osterholz strandete. Zudem wird über die heutige Lebenssituation der heimischen Meeressäuger und deren Schutz berichtet.

                                                                               Ende Februar 1911 wurde, ersten Meldungen nach, ein Wal in der Eckernförder Bucht gesichtet. Fischer berichteten von einem großen Meeressäuger. Die Größe wurde auf 20 – 30 m geschätzt, man vermutete, es sei ein Grönlandwal.
Wal5Damals war die Jagd auf Wale noch erlaubt, auch wenn sie seit 50 Jahren nicht mehr praktiziert wurde. Die Jäger der Gegend ließen es sich aber nicht nehmen und machten sich mit Dampfbooten auf, den Wal zu erlegen. Der Wal wurde mehrfach getroffen, doch das schien ihn nicht zu stören. Fischer aus Eckernförde berichteten,dass der Wal Herings-und Sprottenschwärme vor sich auseinandertrieb, sodass die Fische außerhalb ihrer angestammten Fischgründe schwammen.

In der heimischen Presse wurde täglich, mitwachsendem Interesse, von dem Wal berichtet.

Ab dem 08.03.1911 hielt er sich in der Flensburger Förde auf.                                        Fischer aus Westerholz und Langballigau versuchten, den Wal mit Hilfe von Dampfbooten einzufangen, was ihnen aber nicht gelang.                                       Wal8 In der Nacht vom 16.03. zum 17.03. strandete der Wal zwischen Osterholz und Westeholz auf einer Sandbank.                                                                                         Die Besatzung eines Dampfbootes der Marine setzte dem Leben des Wales mit Hilfe einer Sprengpatrone ein Ende. Das wäre heute unvorstellbar. Heute würde man versuchen, den Wal zu retten.

Zur gleichen Zeit verbreitete sich die Nachricht der Strandung und der Sensationstourismus setzte ein.                                                                                         Wal11Die Neugierigen strömten zu Fuß, zu Pferd und mit dem Fahrrad zu dem Walkadaver. Es wurden Sonderzüge und Sonderbusse eingesetzt und aus Kiel kamen Ausflugsdampfer. Bis Anfang April kamen rund 20.000 Schaulustige.

Wal10Zwei clevere, ortsansässige Männer zeigten, nach Walfängerart, ihre Besitzansprüche an. Sie steckten dazu eine Forke in den Wal und knoteten ein Taschentuch an den Stiel. Zudem bauten sie einen Steg um den Wal herum, damit die Schaulustigen ihn besser besichtigen konnten.Wal13Die plietschen Besitzer ließen sich, da der Strand Privatgelände war, die Besichtigung mit 20 Pfennig für Erwachsene und 10 Pfennig für Kinder bezahlen.                                                                                                                           Wal12Allein dadurch nahmen sie ca. 2000 Mark ein. Dazu kamen noch 500 – 600 Mark für den Verkauf ihrer „Beute“. Sie haben ihren Reibach gemacht.

      

Anfang April 1911 wurde der Wal nach Sonderburg verkauft und dort zerlegt.                                                                                                                                                   Wal7Im Laufe der Verarbeitung wurde der Wal als Finnwal von 19.70 m Länge bestimmt. Das Skelett kam nach Hannover ins Provinziale Museum, dort ging es in den Wirren der Weltkriege leider verloren. Heute sind nur noch 3 Barten erhalten.

Am Ort der Strandung erinnern heute ein Stein und eine Infotafel an den Finnwal.  Wal4

Auch heute verirren sich ab und an noch große Wale in die Ostsee. Sie werden aber nicht mehr gejagt, außer vielleicht von Fotografen. In der Regel finden die Wale von alleine aus der Ostsee heraus.                                                                               Heute sind in der Ostsee Delfine und Schweinswale heimisch, diese zeigen sich gelegentlich Seglern und Fischern.

Wal14Quelle: Jahrbuch Angler Heimatverein Jg. 2011 S. 198 ff

                                          

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *