„Up ewig ungedeelt“ oder Vertrag von Ribe

Flagge11Mal wieder etwas Geschichte.

„Up ewig ungedeelt“ unser Motto.
Und wieder dieser deutsch/dänische Kuddelmuddel.

Wie schon die Vorgeschichte zeigte ist es schwer die Geschichte Angelns nur für sich zu sehen. Angelns Geschichte ist immer mit der Geschichte von Schleswig – Holstein verbunden, erst recht seit dem Vertrag von Ribe.

Herzog Adolf VIII. – zugleich Graf von Holstein und Stormarn, deutsch orientiert, und als Adolf I. auch Herzog von Schleswig, dänisch orientiert – hinterließ nach seinem Tod 1459 keinen direkten Erben.Ribe1Und da trat natürlich die Frage auf, welches Erbrecht jetzt gilt denn jetzt, das Deutsche oder das Dänische. Schwierig, schwierig. Es sollten auf jeden Fall aufkeimende Konflikte zwischen der Nord – und Ostsee verhindert werden.       Das Ziel war ein Herrscher für beide Landesteile.

Die Ritterschaft fasste hierfür den Sohn der Schwester Adolfs VIII, König Christian I. von Dänemark, ins Auge

Ribe3Christian I. lud, im Jahr 1460, zu einer Versammlung der Ritter nach Ribe. Hier wurde er am 2. März, unter Umgehung des deutschen Rechtes, zum Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein (ab 1474 Herzog) gewählt. Christian I. regierte Dänemark, sowie Schleswig und Holstein in Personalunion und war quasi sein eigener Lehnsmann.

Flagge5 +  Flagge1 = Flagge2

Ribe2

Die Lehnsherrschaft ging dadurch nicht automatisch an die dänischen Könige, diese mussten wiedergewählt werden. Durch Zugeständnisse und weitgehende Rechte der Ritter war die Wahl der Lehnsherrschaft obligatorisch. Diese Rechte sicherte die Handfeste, wie der Vertrag korrekt heißt, der Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft zu, darunter u.a. die Kriegs-, Steuer- und Münzbewilligung.Ribe5Die bekannteste Passage des Vertrags ist bis heute

„dat se bliven ewich tosamende ungedelt“ (dass sie ewig ungeteilt zusammen bleiben)

Schleswig und Holstein 1650

welche politisch wie wirtschaftlich für die Ritter von Belang war, da die lokale Landverteilung einem Flickenteppich in unterschiedlichen Konstellationen glich.

Bis Mitte des 19. Jahrhundert gab es mit „ up ewig ungedeelt“ keine großen Probleme, erst dann wurde diese Zusammengehörigkeit in Frage gestellt. Die Holsteiner wollten sich dem Deutschen Bund anschließen und die meisten Schleswiger wollten bei den Dänen bleiben. Die Angeln waren sich zu der Zeit auch nicht einig, auf welche Seite sie sich schlagen sollten.

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Kurz vor dem Deutsch – Dänischen Krieg erklärte Bismarck am Silvesterabend 1863 : „Die “Up ewig-ungedeelten” müssen einmal Preußen werden“Nach dem Kriegsgewinn der Deutschen 1864, ging ganz Schleswig und Holstein an den Deutschen Bund, aber Preußen wurden wir nicht.

Nach der deutschen Niederlage des 1. Weltkrieg, durften die Schleswiger 1920 wählen ob sie deutsch oder dänisch sein wollten. Das Herzogtum Schleswig wurde durch diese Wahl friedlich in einen nördlichen, dänischen Teil und einen südlichen, deutschen Teil geteilt. Diese Grenzziehung zwischen Flensburg und Tondern, hat bis heute bestand.

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Angeln wurde endgültig deutsch.

Das „Up ewig ungedeelt“ gehört auch heute noch zu unserem schleswig-holsteinischen Leitbild, auch wenn der nördliche, dänische Teil von Schleswig politisch nicht mehr dazugehört. Wir pflegen jedoch freundschaftliche Kontakte zu den Dänen.Flagge3Ich kenne auch Paare die sich „Up ewig ungedeelt“ in ihre Eheringe haben gravieren lassen. Und wenn das bei uns schon seit 1460 funktioniert, kann den Paaren ja nichts passieren.

2 Gedanken zu “„Up ewig ungedeelt“ oder Vertrag von Ribe

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