De backt den Wiehnachtsmann sien Stuten – Poppenstuten

oder auch Wiehnachtspoppen. Poppenstuten4Neulich fielen mir zwei Broschüren „Auf den Spuren eines traditionellen Weihnachtsgebäck“ von Volker Schmeckthal in die Hände.
Bei diesem Weihnachtsgebäck handelt es sich um Wiehnachtspoppen, diese sind hell gebackenen Weizenkuchen mit rote Beete Saft bemalt. Wiehnachtspoppen sind auch unter Poppenstuten, Kindjeespoppen, Julpoppen, Wiehnachtstiere und anderen Bezeichnungen bekannt. Sie sind in vielen Formen wie Pferd, Engel, Tanne, Hahn, Katze, Hund, Fisch, Schwein oder Möschenpott und noch viele mehr in ganz Norddeutschland bekannt.
Poppenstuten7Woher kommen aber diese Tradition.
Sie haben eine sehr lange Tradition und kommen noch aus der vorchristlichen Zeit, wie auch das Julfest. Das Figurengebäck wurde schon um das Jahr 750 n.Chr. im „Verzeichnis heidnischer Bräuche“ in der vatikanischen Bibliothek erwähnt, sie, die                Poppenstuten2                Poppenstuten5
„Gestalten aus Mehlteig“ werden als „Heidenwecken“ erklärt.                                             So sind die Figuren heute heidnischer, christlicher und inzwischen auch weltlicher Bedeutung.
Pferd, Hahn und Schwein weisen auf die Nordgermanischen Mythologie hin.
Engel, Fisch und Tanne sind christliche Symbole.
Poppenstuten3Die Wiehnachtspoppen hingen früher am Weihnachtsbaum, wie heute die Schokoladennaschies oder die Kinder stellten ein Teller in das Fenster, der dann morgens mit Wiehnachtstieren und Peppernöt gefüllt war, der Bunteteller der Kinder.
Da stelle ich mir die Frage, ob nicht früher alles besser war. Nein es war natürlich nicht alles besser, aber Wiehnachtstiere und Peppernöt scheinen mir manchmal doch besser, als der ganze Schokoladenkram, den es heute so gibt.
Jetzt stellt sich noch die Frage wo bekomme ich die her und wo finde ich ein Rezept für die Wiehnachtspoppen.
Das ist gar nicht so einfach. Heute gibt es sie nur noch selten in den Bäckereien die sie herstellen und sie rücken die Rezepte, von wegen Betriebsgeheimnis und so, nicht raus. Das kann ich ja verstehen, macht die Suche aber nicht leichter.
Nach längerem suchen habe ich auch welche gefunden. Einige habe ich gleich verworfen, da habe selbst ich erkannt das die nicht traditionell waren.
Es waren aber auch brauchbare dabei, sie ähneln sich alle, wie es eben so ist, jeder hat sein eigenes Rezept.Poppenstuten1
Hier habe ich ein Rezept in etwa aus dem Jahr 1900.
750 g Zucker in 1 L Wasser aufkochen. Nach dem Erkalten mit 1500 g Mehl, 40 g Hirschhornsalz und 40-50 g Fett (Margarine) zu weichen Teig verrühren. Mit Nudelholz sehr dünn ausrollen. Figuren ausstechen und diese Backen, aufpassen das sie hell bleiben. Nach dem Backen, Konturen mit rote Beetesaft malen. Mit buntem Zucker und Goldschaum bestreuen.Poppenstuten6

2 Gedanken zu “De backt den Wiehnachtsmann sien Stuten – Poppenstuten

  1. Ja, die Wiehnachtspoppen gab es bei uns zu Hause mindestens einmal in der Adventszeit.
    Sie wurden nicht selbst gebacken, sondern beim örtlichen Bäcker gekauft.
    Ich persönlich mag sie nicht so gerne essen, aber das ist ja Geschmackssache.
    Man kann sie aber auch gut als Weihnachtsbaumschmuck verwenden.
    Beim Bäcker Tange in Kappeln bekommt man sie auch heute noch.
    Und zwar wirklich erst in der Adventszeit und nicht schon seit September.

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