Fasching

Fasching2Wer braucht schon Fasching, Karneval, Fastnacht, Kinder ja klar, aber ich nicht wirklich, ich bin ja nicht umsonst eine Norddeutsche.

Was soll ich sagen, ich wurde in F. als Fotografin engagiert.
Da hatte ich nicht das Glück wie die Düsseldorfer oder Mainzer, bei denen der Rosenmontagszug wegen Wind abgesagt wurden, bei uns war es, zumindest draußen, auch sehr pustig.

Fasching10Vormittags wurden die Räume schon mal aufgehübscht, später auch die Leute, in den Fensterbänken stapelten sich die Leckereien und die Musik war schon gut und zu laut.

Die ersten Pappnasen kamen schon früh und auch ich wurde reingelassen, obwohl ich nicht meinen, noch nicht gefälschten, Presseausweis mit hatte.

Bis zum Start war alles fertig, alles hübsch und das wichtigste das große Büfett war angerichtet.

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Wie es aber so bei uns Norddeutschen ist, waren zwar viele da, aber nur die Hälfte verkleidet.
Wie z.B als
Fasching                  Feiner Herr, Schlafender Hund, Sportliche Giraffe, Vokohila, Leuchtturm

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Die Leute hatten aber trotzdem ihren Spaß und es wurden sogar die schönsten Kostüme gekürt, wobei eigentlich hätte ich ja …, aber nein lassen wir das.

Es ist auch immer einer dabei,

Fasching1der zu allem seinen Senf dazugeben muss.Fasching6

Den Wettbewerb Synchron-Geschirrspühlmaschieneeinräumen haben die beiden Zwillingen gewonnen.Fasching3Aber was das Wichtigste ist, das Essen war lecker und es war auch genug da, es wurde zu lauter Musik getanzt und die Leute hatten ihren Spaß.
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                                                                                                                                             Ok, so schlimm war das Faschingsfest nicht und ich hatte auch meinen Spaß, aber den Straßenkarneval brauch ich wirklich nicht.Fasching11

Pelle zieht aus

Zum Heiligabend eine Geschichte von Astrid Lindgren.W 1Pelle zieht aus
Pelle ist böse. Er ist in einem solchen Grade böse, dass er beschlossen hat, von zu Hause wegzuziehen. Man kann einfach nicht weiter bei einer Familie wohnen, wo man in dieser Weise behandelt wird.
Das war morgens, als Papa ins Büro gehen wollte und seinen Füllfederhalter nicht finden konnte. „Pelle, hast du schon wieder meinen Füllfederhalter genommen?“, fragte Papa und packte Pelle hart am Arm.Pelle9
Pelle hatte schon manchmal Papas Füller ausgeliehen. Aber nicht heute. Heute steckte der Füller in Papas brauner Jacke, die im Schrank hing. Pelle war vollkommen unschuldig. Und Papa, der ihn so hart am Arm gepackt hatte? Und Mama? Sie hielt selbstverständlich zu Papa. Das hört jetzt aber auf! Pelle hatte die Absicht umzuziehen.

Aber wohin? Er kann zur See gehen. Das kann er. Auf das Meer, wo die großen Schiffe und die großen Wellen sind. Dort kann man sterben. Dann können die zu Hause aber jammern. Er kann auch nach Afrika fahren, wo wilde Löwen umherlaufen. Wenn Papa dann aus dem Büro nach Hause kommt und wie immer fragt: „Wo ist mein kleiner Pelle?“, dann weint Mama und sagt: „Pelle ist von einem Löwen aufgefressen worden.“ Ja, ja, so geht es, wenn man ungerecht ist!

Aber Afrika ist so weit fort. Pelle würde gern etwas mehr in der Nähe bleiben, damit er sehen könnte, wie Papa und Mama nach ihm weinen. Pelle beschließt deshalb, nach Tante Meier zu ziehen- so nennen sie das kleine graue Häuschen unten im Hof mit dem Herz in der Tür. Dort wird er hinziehen.Pelle8 Er fängt sofort an zu packen, seinen Ball, seine Mundharmonika und „Max und Moritz“. und dann ein Licht. Ja, in zwei Tagen ist doch Weihnachten. Pelle will in Tante Meier Weihnachten feiern. Da will er dann sein kleines Licht anzünden und „O du fröhliche, o du selige“ auf der Mundharmonika spielen. Das wird sehr traurig klingen, und man wird es bis hinauf zu Mama und Papa hören können.
Pelle zieht sich seinen feinen, hellblauen Mantel und die Handschuhe an und setzt die Ledermütze auf. Er nimmt die große Papiertüte mit dem Ball und der Mundharmonika und dem Licht in die eine Hand und „Max und Moritz“ in die andere. Und dann geht er direkt durch die Küche, damit Mama sehen kann, dass er jetzt umzieht. „Aber Pelle, willst du schon ausgehen?“, fragt Mama.
Pelle antwortet nicht. Ausgehen, ha! Sie sollte nur wissen. Mama sieht, dass Pelle eine tiefe Falte auf der Stirn hat, und dass seine Augen so dunkel sind.
„Pelle, Liebling, was hast du, wo willst du hin?“Pelle6
„Ich ziehe um!“
„Wohin denn?“, fragt Mama.
„Nach Tante Meier“, sagt Pelle.
„Pelle, das kann doch nicht dein Ernst sein! Wie lange willst du dort wohnen?“
„Immer“, sagt Pelle und legt die Hand auf den Türgriff. „Dann kann Papa ja jemand anders beschuldigen, wenn sein alter Füllhalter wegkommt.“
„Lieber guter Pelle“, sagt Mama und schlingt die Arme um ihn. „Willst du nicht doch bei uns bleiben? Wir tun dir vielleicht manchmal unrecht, aber wir lieben dich doch so sehr – so sehr.“
Pelle zögert. Aber nur einen Augenblick. Er schiebt Mamas Arm beiseite, wirft ihr einen letzten vorwurfsvollen Blick zu und wandert davon. Mama steht am Esszimmerfenster und sieht, wie eine kleine, hellblaue Gestalt hinter der Tür mit dem Herz verschwindet.Pelle3 Eine halbe Stunde vergeht. Dann hört Mama einige schwache Mundharmonikaklänge, die von Tante Meier herüberklingen. Es ist Pelle, er spielt „Nun ade, du mein lieb Heimatland“.                                                         Tante Meier ist ein richtig gemütlicher Ort, findet Pelle. Für den Anfang jedenfalls. „Max und Moritz“ und den Ball und die Mundharmonika hat er so heimelig wie möglich aufgestellt. Und in das Fenster hat er das kleine Licht gesetzt. Wie traurig wird es dort stehen und am Weihnachtsabend leuchten, falls Papa und Mama zu ihm hinuntersehen. Aus dem Esszimmerfenster.
Am Esszimmerfenster steht immer der Weihnachtsbaum. Der Weihnachtsbaum, ach ja. Und – und – die Weihnachtsgeschenke. Pelle schluckt. Nein, er hat nicht die Absicht, irgendwelche Weihnachtsgeschenke von Leuten anzunehmen, die behaupten, dass er Füllfederhalter stiehlt. Noch einmal spielt er „Nun ade, du mein lieb Heimatland“. Lang, sehr lang wird die Zeit in Tante Meier. Was mag Mama jetzt machen? Papa muss inzwischen auch schon nach Hause gekommen sein. Pelle würde so gern in die Wohnung hinaufgehen und sehen, ob sie sehr weinen. Aber es ist schwer, einen Grund dafür zu finden. Dann hat er einen Einfall.Pelle5 Er öffnet rasch den Riegel an der Tür und geht, nein, springt beinah über den Hof und die Treppen hinauf. Mama ist in der Küche.                                                       „Mama“, sagt Pelle, „wenn für mich vielleicht Weihnachtspostkarten ankommen sollten, willst du dann dem Briefträger sagen, dass ich umgezogen bin?“. Mama verspricht, es zu tun. Pelle geht zögernd wieder zur Tür. Die Füße sind ihm wie Blei.
„Pelle“, sagt Mama mit ihrer weichen Stimme. „Pelle – aber was tun wir mit deinen Weihnachtsgeschenken? Sollen wir die nach Tante Meier hinunterschicken, oder kommst du herauf und holst sie?“
Pelle1„Ich will keine Weihnachtsgeschenke haben“, sagt Pelle mit harter Stimme.
„Aber Pelle“, sagt Mama. „Das wird ja ein schrecklicher Weihnachtsabend. Kein Pelle, der die Kerzen am Weihnachtsbaum anzündet, kein Pelle, der dem Weihnachtsmann die Tür aufmacht . . . Alles, alles ohne Pelle . . .“
„Ihr könnt euch ja einen anderen Jungen anschaffen“, sagt Pelle mit zitternder Stimme.
„Nie im Leben!“, ruft Mama. „Pelle oder keinen! Es ist immer nur unser Pelle, den wir so lieb haben.“
„Ach so“, sagt Pelle mit noch mehr Zittern in der Stimme.
„Papa und ich, wir werden hier herumsitzen und den ganzen Weihnachtsabend weinen. Wir werden nicht einmal die Lichter anzünden. Wir werden nur weinen.“
Da lehnt Pelle den Kopf an die Küchentür und fängt an zu weinen, weint so herzzerreißend, so laut, so durchdringend – so fürchterlich! Er hat so großes Mitleid mit Papa und Mama. Und als Mama ihre Arme um ihn legt, drückt er sein Gesicht an ihren Hals und weint noch mehr, so sehr, dass Mama ganz nass davon wird.
„Ich verzeihe euch“, sagt Pelle zwischen den Tränen.
„Danke, lieber Pelle“, sagt Mama.Pelle7Viele, viele Stunden später kommt Papa aus dem Büro nach Hause und ruft wie immer bereits in der Diele:

„Wo ist mein kleiner Pelle?“
„Hier!“, schreit Pelle und wirft sich ihm in die Arme.

Astrid Lindgren

Ich wünsche allen schöne, besinnliche Weihnachten

Winterzeit

Es ist wieder soweit, am Wochenende wird mal wieder die Uhr umgestellt, auf die Winterzeit / Normalzeit. Aber in welche Richtung und wie funktioniert es überhaupt mit der Zeit.
Im Herbst wird die Uhr eine Stunde zurück gestellt, d.h. Wir dürfen eine Stunde länger schlafen.
Also am letzten Sonntag in März wird die Uhr eine Stunde vor gestellt und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurück gestellt.
Hier ein paar Merksätze:
Im Frühjahr kommen die Gartenmöbel VORS Haus und im Herbst wieder ZURÜCK ins Haus.                                                                                                                           Sommer VOR Winter HINTER                                                                                            Im Herbst werden die Nächte länger, im Frühjahr werden sie kürzer.
In welche Richtung die Uhr gestellt wird lässt sich also relativ einfach klären, aber warum das Ganze?
Die Idee war dass der Energieverbrauch während der Sommerzeit gesenkt wird, da die Sonne abends länger scheint. Dieses wird aber nicht erreicht.
Die Sommerzeit gibt es jetzt noch, damit die Zeiten in der EU einheitlich sind, die Zeit nur durch die geografische Lage unterschiedlich sein kann.
DaylightSaving-World-Subdivisions“ von Paul Eggert - Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

DaylightSaving-World-Subdivisions“ von Paul Eggert – Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Aber wie funktioniert die Uhrzeit?
Früher konnte jeder Ort seine eigene Zeit haben. Mit der Erfindung der Eisenbahn wurde eine geregelte Zeit notwendig, damit jeder weiß wann die Bahn kommt (ja OK das kommt heute selten hin). Heute wäre das Leben ohne gleichgestellte Uhrzeit kaum noch machbar.                                                                                                                                 1884 wurde die Zeit an den Längengraden ausgerichtet. Die 360 Längengrade wurden durch 24 Stunden geteilt mit dem Ergebnis 1 Stunde entsprechen 15 Längengrade.
Als Bezug wurde der Nullmeridian um 12°° Mittag, die Greenwich-Zeit, genommen. Von hieraus werden in östlicher bis 12 Stunden vor gerechnet und westlich 12 Stunden zurück, sodass die sich am 180 Längengrad treffen, der Datumsgrenze.
Das sieht ganz einfach aus
.Zeitzonen
Aber so einfach ist es nicht.
Die aktuelle Zeitzonentafel sieht so aus.
„Standard World Time Zones“ von TimeZonesBoy - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC-BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons

„Standard World Time Zones“ von TimeZonesBoy – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC-BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons

Da jedes Land letztendlich selbst entscheiden kann welche Zeitzone gelten sind die Uhrzeiten krumm und schief.
Frankreich, Spanien und die BeNeLux- Staaten liegen eigentlich in der Greenwich-Zeitzone. Sie haben sich aber für die Mitteleuropäische – Zeit entscheiden.                Manche Länder liegen über mehrere Zeitzonen, hier wird oft das Land gleichgestellt.
Wie in China. China liegt über 5 Zonen, hat aber nur eine Uhrzeit. Diese passt gut zur Hauptstadt Peking und Shanghai, aber am westlichsten Zipfel von China ist wahrer Mittag um 15 Uhr, im östlichsten um 11 Uhr.                                                                                       In den USA dagegen bleibt es bei 4 Zeitzonen.                                                                 Manch kleiner Staat schiebt seine Zeit um sich von seinem großen Nachbar zu unterscheiden. Nepal hat seine Zeit um 15 Minuten zur Zeit von Indien verschoben.    Spannend wird es an der Datumsgrenze im Pazifik. Die Datumsgrenze ist ja schon ein Streifen mit möglichst wenig Festland, aber ein paar Inseln gibt es dann doch.
Samoa ist 1892 auf die östliche die Seite gewechselt, da sie hauptsächlich mit den USA Handel trieben. 2011 wechselten sie wieder auf die westliche Seite, denn inzwischen mehr Handel mit Neuseeland, Australien und Asien treiben. Da muss dann mal der 30.12.2011 ausgelassen werden.                                                                                                         Kiribati macht das Chaos komplett.
International Date Line“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

International Date Line“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Der Inselstaat , dessen winzige Eilande sich über fast 5000 km in Ost-West-Richtung im Pazifik erstrecken, war durch die Datumsgrenze geteilt. Im Laufe der Zeit wurde es aber mit zwei Daten schwierig, sodass sich ganz Kiribati 1995 komplett westlich der Datumsgrenze zu liegen entschied.
Im Osten Kiribatis hat die Datumsgrenze eine Ausbeulung nach Nord und Süd. Hier gibt es kurze Stellen, an denen der sonst übliche Datumswechsel bei Ost/West- und West/Ost-Reisen umgekehrt zu erfolgen hat. Die von Kiribati veranlasste Linienführung der Datumsgrenze hat noch weitere kuriose Zusammenhänge zur Folge:
Statt bisher zwei können gleichzeitig drei verschiedene Kalenderdaten auf der Erde vorkommen.
Es gibt Stellen auf der Datumslinie, wo sich das Datum beim Überqueren nicht um einen, sondern um zwei Kalendertage ändert
Ich hoffe alle sind jetzt so verwirrt wie ich, das wichtige aber ist:
Am Sonntag, 24.10.2015 wird die Uhr eine Stunde zurück gestellt.