Nordisch für Zugereiste 13 – füünsch

fueuensch1Wer kennt das nicht, man will am PC arbeiten und muss dafür ins Internet. Was passiert! Der PC lässt einen nicht ins Internet. Egal was man versucht „nix zu machen“. Man wird so richtig füünsch und man will das Gerät am liebsten an die Wand schmeißen, vielleicht ist es ja ein verwunschener Prinz.

Auch wenn man jemanden bittet, dass er beim Umzug hilft und derjenige taucht nicht auf. Da kann man füünsch werden, kommt so richtig in brass.Reise3fueuensch4

Wenn man füünsch ist, ist man so richtig verärgert, sauer und ist nur mit Vorsicht zu genießen, wie die Hexe aus der Sage vom Fünenstein.

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Die Sage des Fünenstein

As de Kark to Quern buut weer, hett de Frau vun’n Riesen op Fünen dat seen. De Blick op’n christliche Kark hett de heidnische Frau so füünsch mokt, dat se eer Strümpband nehm, en grote Stehen dor inlegte um em op de nüe kark schmeet. De Wucht vun de Wurf weer so grot, dat de Stehen in twe Deele brok – se ene Del full int Water bi Dollerupholz un de anner floch so dicht an de Kark vörbi, dat de Turm scheef wur. De Stehen nennt man hüt Fünensteen un licht jümmers noch door – un de Turm is jümmers noch scheef – kannst ja mol kieken. Un disse Geschicht is waarhaftig waar!!!

fueuensch3Für alle von südlich der Schlei

Als die Kirche zu Quern (in Angeln) gebaut wurde, sah das die Frau des Riesen, die auf der Insel Fünen (dänische Insel in der Flensburger Förde) wohnte. Der Anblick der christlichen Kirche erzürnte die heidnische Dame so sehr, dass sie ihr Strumpfband nahm, einen riesigen Stein hineinlegte und ihn auf das Kirchenbauwerk schleuderte. Die Wucht des Wurfes war so groß, dass der Stein unterwegs zersprang. Die eine Hälfte landete bei Dollerupholz im Wasser. Die andere Hälfte flog haarscharf am Querner Kirchturm vorbei, so dass dieser schief wurde. Den Stein nennt man „Fünenstein“ und liegt immer noch dort – und der Turm ist heute noch schief – kannst ja mal nachschauen. fueuensch2Die Insel Fünen hat ihren Namen allerdings nicht von der füünschen Riesin, sondern diese ist zufällig eine füünsche Fünenerin.

Das Nachschauen kann man gut mit einem schönen Spaziergang an der Förde verbinden. Dazu fährt man nach Dollerupholz und von da aus geht man nach rechts an der Küste entlang.fueuensch6

 

Nordisch für Zugereiste 12 – broddig, lummerig

broddig1Wetter, Wetter, Wetter immer wieder Wetter. Aber was soll ich machen, das Wetter lässt mir keine Wahl.                                                                                      In der letzten Woche, war es nichts mit schönen 22°C, feinen Wind, paar Wölkchen und vielleicht ein Regenschauer in der Nacht. Wie sich das für unsere Breiten gehört.

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Nein, es waren 30°C, kaum Wind, keine Wolken am Himmel und an Regen war auch nicht zu denken. So richtig „broddig“ eben. Genau, es war einfach nur heiß, man möchte sich im Keller oder Kühlschrank aufhalten. Das heißt; nur heiß stimmt nicht ganz; denn die Nähe der Ost- und Nordsee kommt erschwerend hinzu. Natürlich nicht, wenn wir in der See baden wollen. Nur aufgepasst, die Nordsee schaut nur gelegentlich vorbei und das Wasser ist nass.

broddig5Zurück zu „broddig“. Durch die Nähe zum Wasser ist die Luftfeuchtigkeit immer etwas höher als im Rest des Landes und dadurch ist es bei Hitze immer etwas schwül. Das ist fern der See nicht so; ich habe es gerade im Odenwald ausprobiert. Es waren über 30°C, kaum Wind, einfach nur sehr, sehr heiß, nicht schwül und fühlte sich „broddig“ an, war es genau genommen aber nicht.

Broddig“ ist also richtig heiß, mit leichter Schwüle unterlegt und es soll einfach nur aufhören.

broddig2Wir kennen aber nicht nur „broddig“, wir kennen auch „lummerig“. Haben wir Temperaturen von etwa 18°C – 25°C und es ist gewittrig, ist die Luft ganz „lummerig“. Das ist im Sommer oft so, wenn entgegen der Vorschrift kaum Wind weht. Dagegen hilf nur richtiger Wind, richtiger Regen oder beides.

Broddig“ und „lummerig“ kann es nur im Sommerhalbjahr sein, im Winter fehlen die Temperaturen dafür. broddig3

Nordisch für Zugereiste 11 – Eine Reise bekommen

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„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“ wie Matthias Claudius sagte schon.     

 

Ich zum Beispiel habe letzten Herbst bei einer Tombola eine Reise in den Odenwald gewonnen. Wahlweise kann man auch zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu sonst etwas eine Reise bekommen. Die Ziele kann man natürlich auch variieren.

Reise1Solch eine Reise bekommt man doch gern.

Aber wie es so ist, ist es im Leben nicht immer so, wie es scheint.                                Manchmal bekommt man eine Reise, auf die man gerne verzichten kann.

Schwullern3Wenn man als Kind beim Baden das Badezimmer flutet, kann man sich schon sehr sicher sein, dass man von seiner Mutter eine Reise bekommt                           Das gibt Ärger.

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Auch wenn man einen wichtigen Termin verpasst, kann manschon mal eine Reise bekommen.Man kann auch sagen: „Das gibt Mecker“, man wird „eingenordet“, bekommt „Bescheid gestoßen“        oder „es gibt einen Anschiss“.

Ja, man bekommt richtig Ärger.

Wenn ich eine Reise mache, bekomme ich von meiner Katze eine Reise, weil sie nicht mit darf. Aber keine Sorge sie liebt ihre Babysitterin.

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Nordisch für Zugereiste 10 – schwullern

Schwullern2Wer kennt das nicht? Man holt sich beim Bäcker einen Kaffee, natürlich mit Milch. Die Bäckereifachverkäuferin meint es gut mit einem und macht den Becher sehr voll. Danach kommt die Milch noch hinzu, jetzt ist der Becher randvoll. Der Weg zum Tisch wird dadurch mit einer Kaffeespur gekennzeichnet, Hänsel und Gretel lassen grüßen. Angekommen ist der Becher nur noch dreiviertel voll. Das andere Viertel ist übergeschwullert.

Schwullern4Als ich noch klein war, habe ich mit einem meiner Geschwister gebadet. Wir hatten ein Schiff dabei, um Ostseesturm zu spielen. Natürlich hat die Ostsee dabei ordentlich geschwullert, sodass der Badezimmerboden einen Wasserstand von einigen Zentimetern hatte. Das Schiff konnte auf dem Boden schwimmen. Wir haben eine Reise von unserer Mutter bekommen und durften alles wieder trockenlegen.

Auch beim Abwaschen kann man gut schwullern und aus der Küche ein Feuchtgebiet machen.Schwullern5Genau, schwullern heißt so viel wie übergelaufen. Nicht das Überlaufen, wenn der Spion die Seite wechselt, sondern das, wenn Flüssigkeit aus dem Becher, der Badewanne, … überschwappt. Charakteristisch für das Schwullern ist, dass irgendwas unnötig nass geworden ist und man die Folgen des Überschwullern wieder beseitigen muss.                                                                                                 Wobei?                                                                                                                          Überschwullern geht eigentlich gar nicht, Schwullern3da schwullern ja überlaufen heißt. Also bedeutet überschwullern demnach: überüberlaufen. Im Sprachgebrauch sieht man das, aber nicht so eng. Einen Super-GAU kann es ja auch nicht geben, doch jeder redet davon.

                                                              Beim Durchschwullern dagegen, bei dem man auch gut schwullern kann, macht man Dinge sauber und nicht „dreckig“. Durchschwullern ist die kleine Handwäsche.Schwullern7

Man möchte am nächsten Tag ein bestimmtes T-Shirt anziehen. Das ist noch in der Schmutzwäsche, aber es ist noch nicht genug da, um eine Maschine voll zu bekommen. So muss man das T-Shirt schnell mit der Hand durchwaschen, durchschwullern.

Genug geschwullert.                                          Ich für mein Teil gehe jetzt, ohne zu schwullern, mit meinem Becher Kaffee mit Milch in die Sonne.    Schwullern8

Nordisch für Zugereiste 9 – Tüddeln oder Tüdern

Tüddel13Gute Frage. Manchmal komme ich beim „tüddeln“ und „tüdern“ richtig „in tüddel“. Sowie neulich beim „Büddel“. Da kam bei mir die Frage auf, heißt es: „Tüddelbüddel“ oder „Tüderbüddel“? Wenn ich es so vor mich hin nuschele, können beide Variationen herauskommen.

Ich versuche, es mal aufzudröseln.

Tüddel1Tüddeln“ kann man am Besten mit „durcheinander kommen“, „verwirrt sein“ übersetzen.

Demente Menschen sind auch „tüddelich im Kopf“ und das ist wohlwollend gemeint.

In einer Gruppe, in der alle durcheinanderreden und jeder etwas von einem will, wird man leicht „tüddelich im Kopf“, da man nicht mehr weiß, wer was von einem will.

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Hat jemand eine total abwegige Idee, wird ihm auch schon mal nachgesagt, er sei „tüddelich im Kopf“.

 

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Rumtüddeln“ dagegen hat nichts mit einem wirren Kopf oder einem alkoholischen Getränk zu tun.                  Wobei ? – Das eine zum anderen führen kann.

Beim „rumtüddeln“ macht man Dinge, die nicht wirklich wichtig sind. Wie Tüddel9Visitenkarten gestalten, ohne dass man sie braucht. Erst sucht man im Internet nach dem günstigsten Anbieter, dann bastelt man am Design und zum Schluss bestellt man sie. Man „tüddelt“ eben rum.

Beim „Rumtüddeln“ kann man auch Dinge erledigen, die eben gemacht werden müssen. Wie ein Kükenstall bauen, ein Bild aufhängen oder Papierkram erledigen, …                                                                                                                                             Hm, geht es darum aufzuräumen, Ordnung zu schaffen, kann man hier auch „rumtüdern“ sagen.

Noch alles klar? Einen „Tüddel“ habe ich noch, den aus dem „Tüddelband“ Lied.

An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüddelband“                                                                  „An der Ecke steht ein Junge mit einem Seil“Tüddel8Wenn he blots nich mit de Been in’n Tüddel kommt“                                               „wenn er sich nur nicht mit den Beinen verheddert“

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Hier stellt sich mir die Frage, ob nicht vielleicht ein „Tüderband“ gemeint ist. Das wäre so, wenn der Junge etwas „antüdern“ wollte, was nicht der Fall ist. Er „tüddelt“ nur mit dem Seil rum.

Aber was ist ein „Tüderband“ und wozu braucht man es? Zum „Tüdern“ natürlich. Kleiner Scherz.

Tüddel10Ein „Tüderband“ ist ein Strick, mit dem man Kühe, Schafe oder Ziegen anbindet. Der Strick ist am anderen Ende mit einem Pflock verbunden und dieser Pflock ist im Grasboden verankert.

Nachdem die Tiere das Gras in ihrem Umkreis aufgefressen haben, werden sie samt Pflock umgesetzt. Tüddel4

Das nennt man „Tüdern“, das Tier ist „getüdert“.

Man kann aber auch andere Dinge „antüdern“, und zwar wenn etwas ordentlich angebunden wird, sodass es auch lange hält.                                                        Aber Achtung, wenn etwas ganz schlampig oder ohne Sinn „angetüdert“ wurde, wurde es eher „angetüddelt“.                                                                                                   Also:                                                                                                                                    Wenn man etwas ordentlich anbindet, sodass es auch lange hält, „tüdert“ man es an.

Tüddel2    Tüddel3  

  Wenn man aber etwas auf die Schnelle anbindet und es nicht lange halten muss, „tüddelt“ man es an.

Tüdern“ oder „vertüdern“ bedeuten auch, etwas in Unordnung bringen.            Aber wenn man sich um das Wohl eines Kranken bemüht, „betüdert“ man ihn.

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Ob man sich selbst einen „antüddelt“ oder „antüdert“ ist egal, Hauptsache man hat am nächsten Tag keinen „Haarbüddel“.

 

Ob man „tüddeln“ und „tüdern“ mit einem oder zwei „d“ s schreibt, da scheiden sich die Geister. Die einen sagen so, die anderen so. Wichtiger ist, dass man das „ü“ richtig spricht. Es wird – egal wieviele „d“ s ihm folgen – lang ausgesprochen wie bei „Tüte“.                                                     Tüddel12Eins kann ich aber sicher sagen, die „Tüddelchen“ über den Umlauten haben weder etwas mit „tüddeln“ noch mit „tüdern“ zu tun.

Noch Fragen?

 

Nordisch für Zugereiste 8 – Büddel

Büddel5Scheinbar ein einfaches Wort, leicht zu übersetzen „Büddel –> Beutel“ fertig. Ja und? Natürlich ist es nicht ganz so einfach; denn es gibt nicht nur einen „Büddel“.

Büddel3Der „Einkaufsbüddel“ ist wohl jedem bekannt, da es allgemein üblich ist einen Einkaufsbeutel, -tasche beim Einkaufen dabei zu haben. Auch „Müllbüddel“ und „Wäschebüddel“ lassen sich noch leicht herleiten.

Büddel1Beim „Postbüddel“ sieht es schon anders aus; denn es ist nicht der Büddel2Postsack damit gemeint. Der „Postbüddel“ ist bei uns der Briefträger und nicht jeder mag „Postbüddel“ genannt werden, die meisten sehen das aber entspannt.

Der „Haarbüddel“ – „Haarbeutel“ hat dagegen so überhaupt nichts mit einem Beutel zu tun und auch nur sehr entfernt mit Haaren, man kann ihn auch nicht in die Hand nehmen. Es ist also keine „Mitropa-Duschhaube“.               Büddel7

Den „Haarbüddel“ bekommt man hinBüddel6 und wieder nach einem geselligen Abend, wenn die Gläser ziemlich tief waren. Am nächsten Morgen ist er dann da, der dicke Kopf, der Kater, leider nicht der auf vier Pfoten.

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Den Kindern ist der „Tüddelbüddel“ vorbehalten, manchmal findet man ihn auch bei Opa. Dieser „Büddel“ ist aber auch nicht in die Hand zu nehmen. Wörtlich übersetzt ist er ein phantasievoller „Quatschkopfbeutel“. Alles klar? Nee? Ein Kind, das Geschichten erzählt, uns phantasievoll, nicht immer die Realität treffend, die Welt erklärt, ist ein „Tüddelbüddel“.                                                                                                       Manchmal bin ich es hier auch, wenn ich versuche Euch die Welt „Angeln“ zu erklären.                                                                          

Nordisch für Zugereiste 7 – naschig

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Oh, lecker gibt es jetzt Schokolade? Nein, leider nicht.

„Naschig“ ist ein Wetterphänomen, welches ich eigentlich nicht im Sommerhalbjahr erklären wollte, aber die letzte Woche hat mir keine Wahl gelassen.

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Ich war mir auch lange gar nicht sicher, ob das überhaupt ein nordisches Wort ist oder ob es das nur speziell in unserer Familie gibt. Denn immer wenn ich sage: „Man was haben wir heute wieder für ein naschiges Wetter“, kucken mich die Leute an und fragen, was ich damit meine. Anscheinend gehört es nur in meiner Familie zum ganz normalen Sprachgebrauch.

Im Zuge meiner Recherchen habe ich dann doch einen Artikel gefunden, der naschiges Wetter als eine Variante von Regenwetter aufzählt.naschig5Naschiges Wetter ist richtig ungemütlich, grau und trüb, wie man an den Bildern sieht. Die Sonne hat sich vom Acker gemacht und vom Himmel leuchten graue Regenwolken. Es nieselt mehr oder weniger die ganze Zeit. Regenschauer, im Winter auch gern Schnee-, Hagel- oder Graupelschauer, werden eingestreut. Die Nässe kriecht langsam die Ärmel und Hosenbeine hoch, alles ist klamm.

naschig4Es ist ausnahmsweise wenig Wind, der das trübe Wetter wegpusten kann. Der Löwenzahn weigert sich seine Blüten zu öffnen, die Natur wartet verzweifelt darauf endlich loszulegen.

naschig7Das Fahrrad ist aus dem Winterschlaf geholt und fahrtauglich gemacht, aber bei dem Wetter macht es einfach kein Spaß vor die Tür zu gehen, geschweige denn Fahrrad zu fahren. Am besten lässt es sich auf dem Sofa aushalten, von wo aus man das Elend nur durch das Fenster sehen muss. Selbst ich, die das schleswig – holsteinische Schmuddelwetter mag, habe nach drei Tagen genug davon.

Das einzig Gute am naschigen Wetter ist, dass das Wetter wieder besser wird. Die Sonne scheint wieder und der Löwenzahn zeigt seine Blüten, in voller Pracht.naschig9

Nordisch für Zugereiste 6 – kötern

kötern6Wenn du einem Hund etwas zu fressen gibt, denkt er:      „Du musst Gott sein.“                                                            Wenn du einer Katze etwas zu fressen gibst, denkt sie:   „Ich muss Gott sein.“

Nein ich will hier nicht groß über Hunde schreiben und erst recht nicht über Kötern, im  Dativ Plural des Substantivs Köter. Mein kötern ist ein Verb und nicht den Hunden vorbehalten und schon gar nicht den Dackeln.                                           Nein, alle andere zahme Tiere, mit Kontrollzwängen, sind dazu in der Lage, aber auch Menschen können es, je jünger, umso besser.kötern7Bei kleinen Kindern ist es auch noch normal, sie hängen eben am Rockzipfel der Mutter, kleine Hunde und Katzen hängen auch an diesem Rockzipfel. Irgendwann verwächst es sich aber.                                                                                                        Die meisten kennen das bestimmt. Man beginnt eine neue Arbeit, nicht unbedingt in einem Büro, wo man 8 Stunden an dem Bürostuhl gebunden ist und die ersten drei Tage rennt man nur einem, hoffentlich netten Kollegen, hinterher.kötern8kötern1Für drei Tage ist das ja noch ok, aber nicht wenn man aufs Tante Meier geht, da möchte man doch lieber alleine hin.                                            Irgendwann wenn die Wege einstudiert sind fängt es dem, hoffentlich netten, Kollegen an zu nerven, wenn ständig jemand hinter ihm her kötert.

kötern5Ähnlich sieht es bei der Hausarbeit aus, man kommt zu nix und fällt ständig über Kind oder Hund. Wenn es dann der Wellensittich ist der einem hinterher kötert, wird es schon mal gefährlich für den Vogel, denn wenn man versehentlich auf den tritt, kann das dramatische Folgen haben, bis hin, dass der Vogel nicht mehr piept.

Besonders nervig ist es, wenn man es sehr eilig hat. Denn wenn ständig einer hinter einem herkötert, kommt man schon mal in Schwierigkeiten.

kötern2          kötern3

Feierabend gibt es beim Hinterherkötern auch nicht, egal ob man seinem Hobby kötern4nachgeht oder einfach nur gemütlich Fernsehen sehen will. Die einzige Möglichkeit sich dem Kötern zu entziehen ist, dass die oder der Besagte vor einem einschläft.

Fazit:                                                                      Wenn man aus dem Kindergartenalter raus ist, muss man nicht ständig jedem hinterher dackeln.

Nordisch für Zugereiste 5 – schier

schier8 Es ist schier unmöglich schier zu erklären.

Nein ist es nicht, denn erstens ist es das Nordische schier und zweitens wäre ich hier schon am Ende und das bin ich ja nicht.                                                                               Ich will hier also nicht das Unmögliche erklären, sondern das Nordische, wobei ich hoffe, dass das mir nicht unmöglich ist.

schier3Vor einiger Zeit hat ein nordischer Radiosender eine Umfrage gemacht, bei der nach der Bedeutung von nordischen Worten gefragt wurde, unter anderem haben sie auch nach dem Wort „schier“ gefragt. Es kamen interessante Ideen heraus, wie aufbrausend, plötzlich, langweilig und einiges mehr und was soll ich sagen:   ALLES FALSCH.


So denn


Jetzt zu Ostern werden die Gärten schier gemacht, denn die sollen alle schön schier6aussehen. Es werden jetzt noch nicht die Gärten umgegraben, Sträucher zurückgeschnitten oder Blumen und Gemüse gesät, das wird gemacht, wenn die Temperaturen das erlauben.
Beim Schier machen des Gartens, meist reicht der Vorgarten und das was so um das Haus herum wächst, werden die letzten Blätter des Herbstes und all das was sich sonst noch über den Winter angesammelt hat, weg geharkt. Um die Krokusse, Osterglocken und Schneeglöckchen, die man im Idealfall schon angepflanzt hat, wird gehackt, bis alles schön aussieht und man den Gästen den Garten zeigen mag, jedenfalls den Vorgarten und das was so um das Haus herum wächst.                                                                                                                         Vielleicht beschneidet man auch noch die Tanne.

schier9Wenn Frauen die Wäsche auf links drehen und wieder zurück, ihre Gerätschaften auf Hochglanz bringen und der Grillrost blank putzen, dann ist alles wieder schön schier. Sauber, glatt, ordentlich so wie sich das gehört.

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schier5Auch Maurer sind bemüht ihre Arbeit schier zu machen, dass die Mauern gerade sind sollte sich von selbst verstehen, aber auch das Verputzen sollte gut gemacht sein, damit alles schön schier ist, also alles ordentlich glatt ist.


schier4Überhaupt wenn es irgendwo unordentlich, nicht vorzeigbar ist, kann man das alles auch wieder schier kriegen, ordentlich und vorzeigbar machen.

Sind dann auch noch alle Werkzeuge, Geräte und was man sonst noch so in Grabbel hatte, weggeräumt, kann man behaupten.


„Jetzt ist alles wieder schön schier“

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Nordisch für Zugereiste 4 Aggewars

„Wat fürn Aggewars um ßitzen hier un maaß mich ab um kriegen hier ein ordentlichen Text ßusamm.“Aggewars3Es ist gar nicht so einfach einen halbwegs intelligenten Text zuschreiben und dann auch noch passende Fotos zu machen, damit die Zugereisten auch eine Chance haben alles zu verstehen.
Nein das ist es nicht ganz, was Aggewars meint, aber nicht weit weg.
Aggewars2Wenn ich mein Papierkram mal wieder auf Vordermann bringen würde, wäre das schon eher ein Aggewars.                               Keine Sorge die wichtigen Papiere sind ordentlich abgeheftet, aber das was sich sonst noch ansammelt, wollte ich nochmal lesen, liegt aber schon ewig herum oder die Versprechungen wenn sie bis dann und dann das und das tun bekommen sie etwas Tolles, aber die Frist schon lange vorbei ist.               Aber wer Ordnung hält, ist nur zu faul zu suchen und das will ich mir nicht nachsagen lassen.

Aggewars1Ein richtiger Aggewars ist meist ein Umzug, wenn man seine ganzen Sachen einpacken und alles samt Möbel von A nach B schleppen muss. Das ist ja eine große Mühsal und fordert den ganzen Mann, wie man so sagt.

Fasching10Auch wenn man Gastgeber eines größeren Festes ist, man alles vorbereiten muss, einen guten Gastgeber abgeben will und zum Schluss alles wieder sauber machen muss, das ist ein Aggewars, eine Mühsal und Stress. Man könnte auch sagen Aggewars ist eine Sisyphusarbeit, wie einige Eltern zu berichten wissen.  Aggewars4„Hier zu sitzen und sich einen halbwegs intelligenten Text auszudenken, ist ziemlich mühselig und kann auch stressig werden.“