Nordisch für Zugereiste 12 – broddig, lummerig

broddig1Wetter, Wetter, Wetter immer wieder Wetter. Aber was soll ich machen, das Wetter lässt mir keine Wahl.                                                                                      In der letzten Woche, war es nichts mit schönen 22°C, feinen Wind, paar Wölkchen und vielleicht ein Regenschauer in der Nacht. Wie sich das für unsere Breiten gehört.

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Nein, es waren 30°C, kaum Wind, keine Wolken am Himmel und an Regen war auch nicht zu denken. So richtig „broddig“ eben. Genau, es war einfach nur heiß, man möchte sich im Keller oder Kühlschrank aufhalten. Das heißt; nur heiß stimmt nicht ganz; denn die Nähe der Ost- und Nordsee kommt erschwerend hinzu. Natürlich nicht, wenn wir in der See baden wollen. Nur aufgepasst, die Nordsee schaut nur gelegentlich vorbei und das Wasser ist nass.

broddig5Zurück zu „broddig“. Durch die Nähe zum Wasser ist die Luftfeuchtigkeit immer etwas höher als im Rest des Landes und dadurch ist es bei Hitze immer etwas schwül. Das ist fern der See nicht so; ich habe es gerade im Odenwald ausprobiert. Es waren über 30°C, kaum Wind, einfach nur sehr, sehr heiß, nicht schwül und fühlte sich „broddig“ an, war es genau genommen aber nicht.

Broddig“ ist also richtig heiß, mit leichter Schwüle unterlegt und es soll einfach nur aufhören.

broddig2Wir kennen aber nicht nur „broddig“, wir kennen auch „lummerig“. Haben wir Temperaturen von etwa 18°C – 25°C und es ist gewittrig, ist die Luft ganz „lummerig“. Das ist im Sommer oft so, wenn entgegen der Vorschrift kaum Wind weht. Dagegen hilf nur richtiger Wind, richtiger Regen oder beides.

Broddig“ und „lummerig“ kann es nur im Sommerhalbjahr sein, im Winter fehlen die Temperaturen dafür. broddig3

Schnüsch

Schnüsch2                                                                                 „Schnüsch“ was ist dass denn für ein lustiges Wort? Kann man das essen? Ja, das kann man und es ist sehr lecker.

Schnüsch5„Schnüsch“ ist unser Nationalgericht, auf das wir nichts kommen lassen, auch wenn Nicht-Angelner es sehr speziell finden. Um es einfach zu sagen, es ist eine Art Gemüsesuppe mit Milch. Hier endet in der Regel die Vorstellungskraft der Auswärtigen und sie fangen an, die Nase zu rümpfen. Das kann doch nicht schmecken.

Wartet ab, ich erkläre euch „Schnüsch“ erst mal.

Schnüsch9Schnüsch“ ist ein typisches Sommergericht. Wenn im Garten das erste junge Gemüse auftaucht, kann es losgehen.

Man braucht Kartoffeln, dicke Bohnen, grüne Bohnen, Erbsen, Kohlrabi und Wurzeln oder was der Garten so hergibt.                                                                             Schnüsch7                                                          Bei den Wurzeln ist darauf zu achten, dass es keine Möhren oder Karotten sind; denn die kennen wir hier oben nicht. Wir haben Wurzeln.

Zuerst wird der Garten geplündert, das Gemüse geschrubbt und in mundgerechte Würfel geschnitten.Schnüsch6                                       Schnüsch11Jetzt wird das Gemüse gekocht, aber aufgepasst, nicht alles in einen Topf schmeißen.                                                                                                                            Schnüsch10Für „Schnüsch“ ist es wichtig, dass jedes Gemüse für sich allein gekocht wird. Dadurch bleibt der Eigengeschmack jedes einzelnen Gemüse erhalten und es soll ja lecker schmecken. Schnüsch8Das Gemüse wird nun zur Seite gestellt und darf auch ruhig kalt werden, man kann es auch schon am Tag vorher kochen. Nun kommt die Milch ins Spiel. Diese wird kurz aufgekocht, und je nachdem ob man sein „Schnüsch“ lieber als Suppe oder Eintopf isst, kann man die Milch mit Mehlschwitze abbinden. Schnüsch13Nun kommt das Gemüse in die Milch, Klott Bodder oben drauf, Petersilie drüber: Fertig ist das „Schnüsch“. Ja richtig erkannt „Schnüsch“ wird lauwarm bis warm gegessen, aber nicht heiß. Als herzhafte Beilage gibt es den guten Schinken vom Schlachter oder Matjes dazu.

Schnüsch1Das ist das „Schnüsch“, wie ich es kenne. Es kann aber von Dorf zu Dorf und Haushalt zu Haushalt variieren. Mal ein Gemüse mehr, mal eins weniger, mal dünner und mal dicker.

Nun lasst es euch schmecken.Schnüsch3Hier noch die Zutatenliste:

Schnüsch4Wurzeln, Erbsen, dicke Bohnen, grüne Bohnen, Kohlrabi, Kartoffeln zu gleichen Teilen oder wieviel von jedem Gemüse vorhanden ist. Milch so viel, dass man es zum Schluss Suppe nennen kann. Vielleicht etwas Mehlschwitze zum Andicken. Butter und Petersilie für oben drauf. Und ein schönes Stück Schinken oder Matjes dazu.

Nordisch für Zugereiste 11 – Eine Reise bekommen

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„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“ wie Matthias Claudius sagte schon.     

 

Ich zum Beispiel habe letzten Herbst bei einer Tombola eine Reise in den Odenwald gewonnen. Wahlweise kann man auch zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu sonst etwas eine Reise bekommen. Die Ziele kann man natürlich auch variieren.

Reise1Solch eine Reise bekommt man doch gern.

Aber wie es so ist, ist es im Leben nicht immer so, wie es scheint.                                Manchmal bekommt man eine Reise, auf die man gerne verzichten kann.

Schwullern3Wenn man als Kind beim Baden das Badezimmer flutet, kann man sich schon sehr sicher sein, dass man von seiner Mutter eine Reise bekommt                           Das gibt Ärger.

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Auch wenn man einen wichtigen Termin verpasst, kann manschon mal eine Reise bekommen.Man kann auch sagen: „Das gibt Mecker“, man wird „eingenordet“, bekommt „Bescheid gestoßen“        oder „es gibt einen Anschiss“.

Ja, man bekommt richtig Ärger.

Wenn ich eine Reise mache, bekomme ich von meiner Katze eine Reise, weil sie nicht mit darf. Aber keine Sorge sie liebt ihre Babysitterin.

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Nordisch für Zugereiste 10 – schwullern

Schwullern2Wer kennt das nicht? Man holt sich beim Bäcker einen Kaffee, natürlich mit Milch. Die Bäckereifachverkäuferin meint es gut mit einem und macht den Becher sehr voll. Danach kommt die Milch noch hinzu, jetzt ist der Becher randvoll. Der Weg zum Tisch wird dadurch mit einer Kaffeespur gekennzeichnet, Hänsel und Gretel lassen grüßen. Angekommen ist der Becher nur noch dreiviertel voll. Das andere Viertel ist übergeschwullert.

Schwullern4Als ich noch klein war, habe ich mit einem meiner Geschwister gebadet. Wir hatten ein Schiff dabei, um Ostseesturm zu spielen. Natürlich hat die Ostsee dabei ordentlich geschwullert, sodass der Badezimmerboden einen Wasserstand von einigen Zentimetern hatte. Das Schiff konnte auf dem Boden schwimmen. Wir haben eine Reise von unserer Mutter bekommen und durften alles wieder trockenlegen.

Auch beim Abwaschen kann man gut schwullern und aus der Küche ein Feuchtgebiet machen.Schwullern5Genau, schwullern heißt so viel wie übergelaufen. Nicht das Überlaufen, wenn der Spion die Seite wechselt, sondern das, wenn Flüssigkeit aus dem Becher, der Badewanne, … überschwappt. Charakteristisch für das Schwullern ist, dass irgendwas unnötig nass geworden ist und man die Folgen des Überschwullern wieder beseitigen muss.                                                                                                 Wobei?                                                                                                                          Überschwullern geht eigentlich gar nicht, Schwullern3da schwullern ja überlaufen heißt. Also bedeutet überschwullern demnach: überüberlaufen. Im Sprachgebrauch sieht man das, aber nicht so eng. Einen Super-GAU kann es ja auch nicht geben, doch jeder redet davon.

                                                              Beim Durchschwullern dagegen, bei dem man auch gut schwullern kann, macht man Dinge sauber und nicht „dreckig“. Durchschwullern ist die kleine Handwäsche.Schwullern7

Man möchte am nächsten Tag ein bestimmtes T-Shirt anziehen. Das ist noch in der Schmutzwäsche, aber es ist noch nicht genug da, um eine Maschine voll zu bekommen. So muss man das T-Shirt schnell mit der Hand durchwaschen, durchschwullern.

Genug geschwullert.                                          Ich für mein Teil gehe jetzt, ohne zu schwullern, mit meinem Becher Kaffee mit Milch in die Sonne.    Schwullern8

Nordisch für Zugereiste 9 – Tüddeln oder Tüdern

Tüddel13Gute Frage. Manchmal komme ich beim „tüddeln“ und „tüdern“ richtig „in tüddel“. Sowie neulich beim „Büddel“. Da kam bei mir die Frage auf, heißt es: „Tüddelbüddel“ oder „Tüderbüddel“? Wenn ich es so vor mich hin nuschele, können beide Variationen herauskommen.

Ich versuche, es mal aufzudröseln.

Tüddel1Tüddeln“ kann man am Besten mit „durcheinander kommen“, „verwirrt sein“ übersetzen.

Demente Menschen sind auch „tüddelich im Kopf“ und das ist wohlwollend gemeint.

In einer Gruppe, in der alle durcheinanderreden und jeder etwas von einem will, wird man leicht „tüddelich im Kopf“, da man nicht mehr weiß, wer was von einem will.

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Hat jemand eine total abwegige Idee, wird ihm auch schon mal nachgesagt, er sei „tüddelich im Kopf“.

 

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Rumtüddeln“ dagegen hat nichts mit einem wirren Kopf oder einem alkoholischen Getränk zu tun.                  Wobei ? – Das eine zum anderen führen kann.

Beim „rumtüddeln“ macht man Dinge, die nicht wirklich wichtig sind. Wie Tüddel9Visitenkarten gestalten, ohne dass man sie braucht. Erst sucht man im Internet nach dem günstigsten Anbieter, dann bastelt man am Design und zum Schluss bestellt man sie. Man „tüddelt“ eben rum.

Beim „Rumtüddeln“ kann man auch Dinge erledigen, die eben gemacht werden müssen. Wie ein Kükenstall bauen, ein Bild aufhängen oder Papierkram erledigen, …                                                                                                                                             Hm, geht es darum aufzuräumen, Ordnung zu schaffen, kann man hier auch „rumtüdern“ sagen.

Noch alles klar? Einen „Tüddel“ habe ich noch, den aus dem „Tüddelband“ Lied.

An de Eck steiht’n Jung mit’n Tüddelband“                                                                  „An der Ecke steht ein Junge mit einem Seil“Tüddel8Wenn he blots nich mit de Been in’n Tüddel kommt“                                               „wenn er sich nur nicht mit den Beinen verheddert“

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Hier stellt sich mir die Frage, ob nicht vielleicht ein „Tüderband“ gemeint ist. Das wäre so, wenn der Junge etwas „antüdern“ wollte, was nicht der Fall ist. Er „tüddelt“ nur mit dem Seil rum.

Aber was ist ein „Tüderband“ und wozu braucht man es? Zum „Tüdern“ natürlich. Kleiner Scherz.

Tüddel10Ein „Tüderband“ ist ein Strick, mit dem man Kühe, Schafe oder Ziegen anbindet. Der Strick ist am anderen Ende mit einem Pflock verbunden und dieser Pflock ist im Grasboden verankert.

Nachdem die Tiere das Gras in ihrem Umkreis aufgefressen haben, werden sie samt Pflock umgesetzt. Tüddel4

Das nennt man „Tüdern“, das Tier ist „getüdert“.

Man kann aber auch andere Dinge „antüdern“, und zwar wenn etwas ordentlich angebunden wird, sodass es auch lange hält.                                                        Aber Achtung, wenn etwas ganz schlampig oder ohne Sinn „angetüdert“ wurde, wurde es eher „angetüddelt“.                                                                                                   Also:                                                                                                                                    Wenn man etwas ordentlich anbindet, sodass es auch lange hält, „tüdert“ man es an.

Tüddel2    Tüddel3  

  Wenn man aber etwas auf die Schnelle anbindet und es nicht lange halten muss, „tüddelt“ man es an.

Tüdern“ oder „vertüdern“ bedeuten auch, etwas in Unordnung bringen.            Aber wenn man sich um das Wohl eines Kranken bemüht, „betüdert“ man ihn.

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Ob man sich selbst einen „antüddelt“ oder „antüdert“ ist egal, Hauptsache man hat am nächsten Tag keinen „Haarbüddel“.

 

Ob man „tüddeln“ und „tüdern“ mit einem oder zwei „d“ s schreibt, da scheiden sich die Geister. Die einen sagen so, die anderen so. Wichtiger ist, dass man das „ü“ richtig spricht. Es wird – egal wieviele „d“ s ihm folgen – lang ausgesprochen wie bei „Tüte“.                                                     Tüddel12Eins kann ich aber sicher sagen, die „Tüddelchen“ über den Umlauten haben weder etwas mit „tüddeln“ noch mit „tüdern“ zu tun.

Noch Fragen?

 

Nordisch für Zugereiste 8 – Büddel

Büddel5Scheinbar ein einfaches Wort, leicht zu übersetzen „Büddel –> Beutel“ fertig. Ja und? Natürlich ist es nicht ganz so einfach; denn es gibt nicht nur einen „Büddel“.

Büddel3Der „Einkaufsbüddel“ ist wohl jedem bekannt, da es allgemein üblich ist einen Einkaufsbeutel, -tasche beim Einkaufen dabei zu haben. Auch „Müllbüddel“ und „Wäschebüddel“ lassen sich noch leicht herleiten.

Büddel1Beim „Postbüddel“ sieht es schon anders aus; denn es ist nicht der Büddel2Postsack damit gemeint. Der „Postbüddel“ ist bei uns der Briefträger und nicht jeder mag „Postbüddel“ genannt werden, die meisten sehen das aber entspannt.

Der „Haarbüddel“ – „Haarbeutel“ hat dagegen so überhaupt nichts mit einem Beutel zu tun und auch nur sehr entfernt mit Haaren, man kann ihn auch nicht in die Hand nehmen. Es ist also keine „Mitropa-Duschhaube“.               Büddel7

Den „Haarbüddel“ bekommt man hinBüddel6 und wieder nach einem geselligen Abend, wenn die Gläser ziemlich tief waren. Am nächsten Morgen ist er dann da, der dicke Kopf, der Kater, leider nicht der auf vier Pfoten.

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Den Kindern ist der „Tüddelbüddel“ vorbehalten, manchmal findet man ihn auch bei Opa. Dieser „Büddel“ ist aber auch nicht in die Hand zu nehmen. Wörtlich übersetzt ist er ein phantasievoller „Quatschkopfbeutel“. Alles klar? Nee? Ein Kind, das Geschichten erzählt, uns phantasievoll, nicht immer die Realität treffend, die Welt erklärt, ist ein „Tüddelbüddel“.                                                                                                       Manchmal bin ich es hier auch, wenn ich versuche Euch die Welt „Angeln“ zu erklären.                                                                          

Begrüßung mal anders

Die gängige Begrüßung mit „Moin“ hatte ich ja schon erklärt. Es gibt aber eine Feinheit, die ich nicht verschweigen will.Du1Seine Freunde und Kumpel begrüßt man ja oft mit Handschlag und Namen. Daran ist noch nichts besonders.
Denn nicht dass wir das machen, sondern wie, das ist bei uns speziell. Wenn Kai und Lars sich begrüßen, sieht das so aus: Kai sagt zu Lars: „Lars?“ und Lars sagt zu Kai: „Kai?“ Ok, so kennt es wohl jeder.
Du2Jeder würde dazu noch bemerken, dass sich ein Tippfehler eingeschlichen hat; denn das Fragezeichen soll sicher ein Ausrufezeichen sein. Nein, das ist kein Tippfehler. Hier wird die Begrüßung als Frage gestellt, als ob man sich nicht mehr sicher ist, wie der Freund heißt.                       

Fragt mich bitte nicht, wieso wir das so machen. Und keine Angst wir sind hier im Norden, nicht kollektiv tüddelich, mir scheint es ein klarer Fall von „ist eben so“ oder „nicht fragen, nur wundern“ zu sein. Man kann es sich aber noch leicht merken.
Ganz so einfach ist es jedoch nicht; denn ohne Regel keine Ausnahme.

Du4Wenn man nämlich, bei der Begrüßung, ein „Moin“ vor den Namen setzt: „Moin Lars!“ oder „Moin Kai!“ wird daraus ein normaler Aussagesatz. Es stellt sich immer wieder heraus, dass man mit dem einfachen „Moin“ am Besten durchs Leben geht.   

In diesem Zuge kann ich auch noch die Frage mit dem „Du“, „Sie“ oder „Er“ klären. „Er“ in der dritten Person fällt weg, wir haben keine Könige mehr.        Beim „Du“ oder „Sie“ ist es schon kniffeliger. Wenn ein Bankangestellter einen Kunden in der Stadt mit „Du“ anspricht, wird er sicherlich schief angeschaut, wenn nicht sogar zurechtgewiesen. Wenn aber ein Bankangestellter einen Kunden auf dem Land mit „Sie“ anspricht, wird er sicherlich schief angeschaut, wenn nicht sogar zurechtgewiesen.Du5Im Alltag ist es so, dass in der Stadt eher das „Sie“ angebracht ist und auf dem Land eher das „Du“. Am einfachsten ist es darauf zu warten, was das Gegenüber sagt. Hier oben an der Grenze zu Dänemark, ja die Dänen wieder, wird mit dem „Du“ und „Sie“ gelassen umgegangen, da in Dänemark, mit Ausnahme der Königin, sich mit „Du“ angesprochen wird. Dadurch breitet sich das „Du“ bei uns langsam von Nord nach Süd aus.Du3

Nordisch für Zugereiste 7 – naschig

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Oh, lecker gibt es jetzt Schokolade? Nein, leider nicht.

„Naschig“ ist ein Wetterphänomen, welches ich eigentlich nicht im Sommerhalbjahr erklären wollte, aber die letzte Woche hat mir keine Wahl gelassen.

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Ich war mir auch lange gar nicht sicher, ob das überhaupt ein nordisches Wort ist oder ob es das nur speziell in unserer Familie gibt. Denn immer wenn ich sage: „Man was haben wir heute wieder für ein naschiges Wetter“, kucken mich die Leute an und fragen, was ich damit meine. Anscheinend gehört es nur in meiner Familie zum ganz normalen Sprachgebrauch.

Im Zuge meiner Recherchen habe ich dann doch einen Artikel gefunden, der naschiges Wetter als eine Variante von Regenwetter aufzählt.naschig5Naschiges Wetter ist richtig ungemütlich, grau und trüb, wie man an den Bildern sieht. Die Sonne hat sich vom Acker gemacht und vom Himmel leuchten graue Regenwolken. Es nieselt mehr oder weniger die ganze Zeit. Regenschauer, im Winter auch gern Schnee-, Hagel- oder Graupelschauer, werden eingestreut. Die Nässe kriecht langsam die Ärmel und Hosenbeine hoch, alles ist klamm.

naschig4Es ist ausnahmsweise wenig Wind, der das trübe Wetter wegpusten kann. Der Löwenzahn weigert sich seine Blüten zu öffnen, die Natur wartet verzweifelt darauf endlich loszulegen.

naschig7Das Fahrrad ist aus dem Winterschlaf geholt und fahrtauglich gemacht, aber bei dem Wetter macht es einfach kein Spaß vor die Tür zu gehen, geschweige denn Fahrrad zu fahren. Am besten lässt es sich auf dem Sofa aushalten, von wo aus man das Elend nur durch das Fenster sehen muss. Selbst ich, die das schleswig – holsteinische Schmuddelwetter mag, habe nach drei Tagen genug davon.

Das einzig Gute am naschigen Wetter ist, dass das Wetter wieder besser wird. Die Sonne scheint wieder und der Löwenzahn zeigt seine Blüten, in voller Pracht.naschig9

Nordisch für Zugereiste 6 – kötern

kötern6Wenn du einem Hund etwas zu fressen gibt, denkt er:      „Du musst Gott sein.“                                                            Wenn du einer Katze etwas zu fressen gibst, denkt sie:   „Ich muss Gott sein.“

Nein ich will hier nicht groß über Hunde schreiben und erst recht nicht über Kötern, im  Dativ Plural des Substantivs Köter. Mein kötern ist ein Verb und nicht den Hunden vorbehalten und schon gar nicht den Dackeln.                                           Nein, alle andere zahme Tiere, mit Kontrollzwängen, sind dazu in der Lage, aber auch Menschen können es, je jünger, umso besser.kötern7Bei kleinen Kindern ist es auch noch normal, sie hängen eben am Rockzipfel der Mutter, kleine Hunde und Katzen hängen auch an diesem Rockzipfel. Irgendwann verwächst es sich aber.                                                                                                        Die meisten kennen das bestimmt. Man beginnt eine neue Arbeit, nicht unbedingt in einem Büro, wo man 8 Stunden an dem Bürostuhl gebunden ist und die ersten drei Tage rennt man nur einem, hoffentlich netten Kollegen, hinterher.kötern8kötern1Für drei Tage ist das ja noch ok, aber nicht wenn man aufs Tante Meier geht, da möchte man doch lieber alleine hin.                                            Irgendwann wenn die Wege einstudiert sind fängt es dem, hoffentlich netten, Kollegen an zu nerven, wenn ständig jemand hinter ihm her kötert.

kötern5Ähnlich sieht es bei der Hausarbeit aus, man kommt zu nix und fällt ständig über Kind oder Hund. Wenn es dann der Wellensittich ist der einem hinterher kötert, wird es schon mal gefährlich für den Vogel, denn wenn man versehentlich auf den tritt, kann das dramatische Folgen haben, bis hin, dass der Vogel nicht mehr piept.

Besonders nervig ist es, wenn man es sehr eilig hat. Denn wenn ständig einer hinter einem herkötert, kommt man schon mal in Schwierigkeiten.

kötern2          kötern3

Feierabend gibt es beim Hinterherkötern auch nicht, egal ob man seinem Hobby kötern4nachgeht oder einfach nur gemütlich Fernsehen sehen will. Die einzige Möglichkeit sich dem Kötern zu entziehen ist, dass die oder der Besagte vor einem einschläft.

Fazit:                                                                      Wenn man aus dem Kindergartenalter raus ist, muss man nicht ständig jedem hinterher dackeln.

Quo vadis? oder Wasser, See, Meer

Wasser1Ich kuckte ( nein guckte ist nicht falsch geschrieben, Hr.Duden erlaubt uns Nordischen das k = kuckt) gestern das Schleswig – Holstein Magazinen und dachte ich hör nicht richtig, da wurde doch aus dem Studio, zum Wettergott Meeno Schrader beim Frühjahrsputz am Meer, geschaltet. Ich war schon gespannt wohin die Schaltung genau geht  ans Mittelmeer, das Steinhuder Meer oder wohin?                              Was soll ich sagen, Meeno war am Schönberger Strand, der wie wir alle wissen oder jetzt alle wissen, an der Ostsee liegt, also weit weg von jedem Meer.                     
Es gibt Dinge die machen wir einfach nicht und dazu gehört „ans Meer“ gehen, mal abgesehen davon das hier auch keines in der Nähe ist. Wasser6Wasser4Wir gehen „ans Wasser“, ob nun Ostsee, Schlei oder Noor oder welche Tümpel sonst noch da sind. Gibt es in der Nähe mehrere Wasser, an die man geht, kann man alternativ auch direkt sagen an welches, also an die Ostsee, die Schlei oder das Noor.
Wasser2Selbst wenn wir am Mittelmeer Urlaub machen, gehen wir „ans Wasser“.                                                                             Den Begriff Meer benutzen wir so gar nicht, der wird nur in Eigennamen gebraucht, bei den geografischen Meeren oder bei Geschäften und Restaurants die das Meer als Wortspiel benutzen, wie das Lokal Sonne + Meer, direkt „am Wasser“ gelegen. Es ist auch das offene Meer und Meersalz erlaubt oder, wenn wir noch mehr haben wollen.
Wasser3Wenn jemand an die See will, können wir das mit gutem Willen durchgehen lassen, da wir ja nur die Nord- u. Ostsee um uns herum haben und die Verwechslungsgefahr zu einem Meer kaum besteht, zudem besteht natürlich auch immer die Möglichkeit auf die offene See zufahren.  
Wasser5                                                                             Bei der See muss man natürlich darauf achten, ob man an die See oder den See will, wieso das so unterschieden wird, weiß ich nicht, ich denke, dass die See immer einen direkten Zugang zum offenen Meer hat, also die Ostsee.  
Da Meer und See quasi ausgeschlossen sind bleibt nur noch die Möglichkeit „ans Wasser“ zugehen und dabei sollte man nie vergessen einen Büddel mit zunehmen, für den Fall schöne Steine oder Hölzer sammeln zu wollen. Wasser7