Offa König von Angeln 1

offaq1Heute gehe ich in der Geschichte Angelns, in die Jahre um 500 n.Chr. zurück.     Zu dieser Zeit lebte der sagenumwobene Offa, König der Angeln. Offa, Sohn Wermunds, war ein kränkliches, schwaches Kind, dem niemand zutraute, Angeln vor seinen Feinden zu schützen

Als sein Vater Wermund alt und zu schwach zum Kämpfen war, standen wieder Feinde vor den Grenzen. Um sein Land zu beschützen, wurde Offa auf wundersame Weise ein starker, gesunder Krieger, der Angeln vor den Angreifern rettete.                                                                                                                                  Hier will euch eine Sage von seiner wundersamen Genesung erzählen.

Die Sage von der Offa-Quelle

Wermund, der König von Angeln, war voller Gram und Sorge um sein Königreich, denn der alternde König hatte nur einen Sohn geschenkt bekommen, Offa oder Uffa mit Namen, der blind, stumm und gelähmt war. offaq2Noch verfügte König Wermund über genügend Kraft, um seine feindlichen Nachbarn mit dem Schwert von den Grenzen fern zu halten. Das jedoch sollte Offas Aufgabe sein, und das schreckliche Ende war abzusehen. Da erfuhr der König von einer Quelle an den Ufern der Schlei, deren Wasser eine wundersame Kraft haben sollte. offaq4Wer in dieser Quelle alle sieben Jahre im Banne des Sirius bei Vollmond bade, der würde von allen Leiden geheilt und in der Lage sein, jeden Feind im Zweikampf zu besiegen. Der greise König erblindete inzwischen vollends, und tiefe Trauer verbreitete sich über sein Land, als der Dänenkönig Alewich eine Aufforderung zum Zweikampf überbringen ließ, von dessen Ausgang die Zukunft des Landes Angeln abhängen sollte. Sein Sohn Offa hatte aber mehrmals in der Quelle gebadet und genas. Er fühlte sich daraufhin stark genug, die an seine Vater ergangene Aufforderung zum Zweikampf anzunehmen.offaq3 Der Kampf fand auf der Eiderinseln statt, und Offa blieb Sieger.

Das Wasser der Quelle bei Arnis hatte das gehalten, was man ihr zu schrieb und rettete dank ihrer Heilkraft das Land Angeln.

Maike Jessen

Maike Jessen

Die Offa-Quelle (nach ihm benannt) sprudelt (mit geringem Eigendruck) noch heute. Durch zwei übereinander gestellte Brunnenrohre wurde sie geschützt und gekennzeichnet. Durch Landabbrüche im Laufe der Zeit verlagerte sie sich in die Schlei. Ihre Lage ist am Westrand der Arniser Badestelle im knietiefen Wasser.(Quelle: Die Chronik der Gemeinde Grödersby S.510f)offaq5

Schnüsch

Schnüsch2                                                                                 „Schnüsch“ was ist dass denn für ein lustiges Wort? Kann man das essen? Ja, das kann man und es ist sehr lecker.

Schnüsch5„Schnüsch“ ist unser Nationalgericht, auf das wir nichts kommen lassen, auch wenn Nicht-Angelner es sehr speziell finden. Um es einfach zu sagen, es ist eine Art Gemüsesuppe mit Milch. Hier endet in der Regel die Vorstellungskraft der Auswärtigen und sie fangen an, die Nase zu rümpfen. Das kann doch nicht schmecken.

Wartet ab, ich erkläre euch „Schnüsch“ erst mal.

Schnüsch9Schnüsch“ ist ein typisches Sommergericht. Wenn im Garten das erste junge Gemüse auftaucht, kann es losgehen.

Man braucht Kartoffeln, dicke Bohnen, grüne Bohnen, Erbsen, Kohlrabi und Wurzeln oder was der Garten so hergibt.                                                                             Schnüsch7                                                          Bei den Wurzeln ist darauf zu achten, dass es keine Möhren oder Karotten sind; denn die kennen wir hier oben nicht. Wir haben Wurzeln.

Zuerst wird der Garten geplündert, das Gemüse geschrubbt und in mundgerechte Würfel geschnitten.Schnüsch6                                       Schnüsch11Jetzt wird das Gemüse gekocht, aber aufgepasst, nicht alles in einen Topf schmeißen.                                                                                                                            Schnüsch10Für „Schnüsch“ ist es wichtig, dass jedes Gemüse für sich allein gekocht wird. Dadurch bleibt der Eigengeschmack jedes einzelnen Gemüse erhalten und es soll ja lecker schmecken. Schnüsch8Das Gemüse wird nun zur Seite gestellt und darf auch ruhig kalt werden, man kann es auch schon am Tag vorher kochen. Nun kommt die Milch ins Spiel. Diese wird kurz aufgekocht, und je nachdem ob man sein „Schnüsch“ lieber als Suppe oder Eintopf isst, kann man die Milch mit Mehlschwitze abbinden. Schnüsch13Nun kommt das Gemüse in die Milch, Klott Bodder oben drauf, Petersilie drüber: Fertig ist das „Schnüsch“. Ja richtig erkannt „Schnüsch“ wird lauwarm bis warm gegessen, aber nicht heiß. Als herzhafte Beilage gibt es den guten Schinken vom Schlachter oder Matjes dazu.

Schnüsch1Das ist das „Schnüsch“, wie ich es kenne. Es kann aber von Dorf zu Dorf und Haushalt zu Haushalt variieren. Mal ein Gemüse mehr, mal eins weniger, mal dünner und mal dicker.

Nun lasst es euch schmecken.Schnüsch3Hier noch die Zutatenliste:

Schnüsch4Wurzeln, Erbsen, dicke Bohnen, grüne Bohnen, Kohlrabi, Kartoffeln zu gleichen Teilen oder wieviel von jedem Gemüse vorhanden ist. Milch so viel, dass man es zum Schluss Suppe nennen kann. Vielleicht etwas Mehlschwitze zum Andicken. Butter und Petersilie für oben drauf. Und ein schönes Stück Schinken oder Matjes dazu.

Der Wal von Westerholz

Am 23.07.2016 findet von 11°° – 16°° Uhr in Westerholz der „Waltag“ statt.

Der Wal läßt sich mit einem schönen Spaziergang verbinden.

Der Wal läßt sich mit einem schönen Spaziergang verbinden.

Wal2

Wal3Hintergrund des Waltages ist ein in der Nacht vom 16.03.1911 zum 17.03.1911 Wal der an der Flensburger Förde zwischen Westerholz und Osterholz strandete. Zudem wird über die heutige Lebenssituation der heimischen Meeressäuger und deren Schutz berichtet.

                                                                               Ende Februar 1911 wurde, ersten Meldungen nach, ein Wal in der Eckernförder Bucht gesichtet. Fischer berichteten von einem großen Meeressäuger. Die Größe wurde auf 20 – 30 m geschätzt, man vermutete, es sei ein Grönlandwal.
Wal5Damals war die Jagd auf Wale noch erlaubt, auch wenn sie seit 50 Jahren nicht mehr praktiziert wurde. Die Jäger der Gegend ließen es sich aber nicht nehmen und machten sich mit Dampfbooten auf, den Wal zu erlegen. Der Wal wurde mehrfach getroffen, doch das schien ihn nicht zu stören. Fischer aus Eckernförde berichteten,dass der Wal Herings-und Sprottenschwärme vor sich auseinandertrieb, sodass die Fische außerhalb ihrer angestammten Fischgründe schwammen.

In der heimischen Presse wurde täglich, mitwachsendem Interesse, von dem Wal berichtet.

Ab dem 08.03.1911 hielt er sich in der Flensburger Förde auf.                                        Fischer aus Westerholz und Langballigau versuchten, den Wal mit Hilfe von Dampfbooten einzufangen, was ihnen aber nicht gelang.                                       Wal8 In der Nacht vom 16.03. zum 17.03. strandete der Wal zwischen Osterholz und Westeholz auf einer Sandbank.                                                                                         Die Besatzung eines Dampfbootes der Marine setzte dem Leben des Wales mit Hilfe einer Sprengpatrone ein Ende. Das wäre heute unvorstellbar. Heute würde man versuchen, den Wal zu retten.

Zur gleichen Zeit verbreitete sich die Nachricht der Strandung und der Sensationstourismus setzte ein.                                                                                         Wal11Die Neugierigen strömten zu Fuß, zu Pferd und mit dem Fahrrad zu dem Walkadaver. Es wurden Sonderzüge und Sonderbusse eingesetzt und aus Kiel kamen Ausflugsdampfer. Bis Anfang April kamen rund 20.000 Schaulustige.

Wal10Zwei clevere, ortsansässige Männer zeigten, nach Walfängerart, ihre Besitzansprüche an. Sie steckten dazu eine Forke in den Wal und knoteten ein Taschentuch an den Stiel. Zudem bauten sie einen Steg um den Wal herum, damit die Schaulustigen ihn besser besichtigen konnten.Wal13Die plietschen Besitzer ließen sich, da der Strand Privatgelände war, die Besichtigung mit 20 Pfennig für Erwachsene und 10 Pfennig für Kinder bezahlen.                                                                                                                           Wal12Allein dadurch nahmen sie ca. 2000 Mark ein. Dazu kamen noch 500 – 600 Mark für den Verkauf ihrer „Beute“. Sie haben ihren Reibach gemacht.

      

Anfang April 1911 wurde der Wal nach Sonderburg verkauft und dort zerlegt.                                                                                                                                                   Wal7Im Laufe der Verarbeitung wurde der Wal als Finnwal von 19.70 m Länge bestimmt. Das Skelett kam nach Hannover ins Provinziale Museum, dort ging es in den Wirren der Weltkriege leider verloren. Heute sind nur noch 3 Barten erhalten.

Am Ort der Strandung erinnern heute ein Stein und eine Infotafel an den Finnwal.  Wal4

Auch heute verirren sich ab und an noch große Wale in die Ostsee. Sie werden aber nicht mehr gejagt, außer vielleicht von Fotografen. In der Regel finden die Wale von alleine aus der Ostsee heraus.                                                                               Heute sind in der Ostsee Delfine und Schweinswale heimisch, diese zeigen sich gelegentlich Seglern und Fischern.

Wal14Quelle: Jahrbuch Angler Heimatverein Jg. 2011 S. 198 ff

                                          

 

 

 

Die Schlei

Schlei5Die Schlei ist die südliche Begrenzung Angelns. Sie teilt Angeln und Schwansen in zwei Halbinseln.                                                                       Seit Oktober 2008 ist die Region um die Schlei als Naturpark Schlei anerkannt.

Entstanden ist sie in der Eiszeit. Als das Eis zurückging, ist zwischen dem heutigen Schleswig und Schleimünde eine ca. 43 km lange Rinne mit einer durchschnittlichen Tiefe von 3 m entstanden. Die Schlei ist ein Brackwasser-Gewässer. Bei Schleimünde ist der Salzgehalt bei ca. 1,8 %, wie in der Ostsee, in Schleswig liegt er dann nur noch bei ca. 0,5 %.Schlei7Aber was genau ist die Schlei? Eine Förde, Fjord, Fluss oder was? Die Frage ist gar nicht so einfach. Ein Fluss ist sie sicher nicht aber auch bei Förde und Fjord teilen sich die Meinungen, auf jeden Fall ist sie ein Meeresarm der Ostsee.

Schlei6Die Ufer der Schlei wurden schon vor mindestens 4000 v.Chr. besiedelt. Um 500 n.Chr. wanderten viele Angelner nach England aus. Um 770 n.Chr. entstand das Handelszentrum Haithabu, eine Bedeutende Wikingersiedlung. Die Handelswege der Wikinger zwischen Nord- und Ostsee gingen die Schlei entlang von der Mündung ins Landesinnere. Von da wurden die Schiffe einige Kilometer über das Land zur Eider geschleppt, die einen direkten Zugang zur Nordsee hat. Schlei10Auch führte der Ochsenweg,  die Nord – Südverbindung, von Dänemark nach Hamburg, an der Schlei vorbei.      Zum Ausgang der Wikingerzeit um 1050 n.Chr. verlor die Schlei ihre Bedeutung als Handelsweg, da die Schiffe immer größer wurden und so die Schlei für Handelsschiffe nicht mehr schiffbar war.

Auf der Schlei wurde schon immer gefischt, hauptsächlich Hering, Aal, Schleischnäpel und andere Weißfische. An den Ufern haben sich viele Fischerdörfer, Arnis, Missunde, Sieseby und der Holm bei Schleswig, angesiedelt. Der Holm ist bis heute die letzte echte Fischersiedlung, ein richtiger Touristenmagnet.Schlei1Schlei2

Heute sind der Tourismus und der Wassersport die größten Wirtschaftszweige. Die Schlei ist ein beliebtes Segelrevier, auch Radfahrer kommen hier auf ihre Kosten und durch die Nähe der Ostsee kann man einen schönen Strandurlaub machen. Kultur findet man auch in der weitläufigen Gegend.

 

 

Schlei8Ein besonderer Anziehungspunkt sind die Heringe. Im Frühling ziehen die Heringe zum Laichen die gesamte Ostseeküste und speziell in die Schlei hoch.                                                                 Durch die geringe Breite der Schlei ist das Fischen von Heringen einfacher als an der Küste. Im Frühjahr kommen in etwa genau so viele Angler wie Heringe. Eine besondere Fangmethode ist die mit Heringszäune, diese sind trichterförmig zulaufende Holzzäune an deren Ende Netze angebracht sind.                            Früher gab es ca. 40 Heringszäune an der Schlei. Heute gibt es nur noch einen in Europa, der auch noch befischt wird und der ist in Kappeln. Dieser wurde erstmals 1451 erwähnt und steht sei Mitte der 1970er unter Denkmalschutz.

Seit 38 Jahren werden in Kappeln die Heringstage gefeiert, 4 Tage von Himmelfahrt bis zum folgenden Sonntag. Schlei9Am ersten Tag wird ein Heringskönigspaar gekrönt. Prominente fahren mit dem Schiff an die Heringszäune, hier holt ein Fischer das Netz ein. Die Prominenten müssen jetzt schätzen, wie schwer die Fische im Netz sind. Der- und Diejenige, die am dichtesten am Gewicht sind, sind die Heringskönige für das folgende Jahr. Nachdem die Prominenten mit ihrer Wette fertig sind, darf das Fußvolk die Anzahl der gefangenen Heringe tippen. Hier werden die Besten am Sonntag geehrt. An allen Tagen gibt es ein reichhaltiges Rahmenprogramm.

Es gibt natürlich noch viel mehr über die Schlei zu berichten, aber dazu später mehr.

Schlei11

„Up ewig ungedeelt“ oder Vertrag von Ribe

Flagge11Mal wieder etwas Geschichte.

„Up ewig ungedeelt“ unser Motto.
Und wieder dieser deutsch/dänische Kuddelmuddel.

Wie schon die Vorgeschichte zeigte ist es schwer die Geschichte Angelns nur für sich zu sehen. Angelns Geschichte ist immer mit der Geschichte von Schleswig – Holstein verbunden, erst recht seit dem Vertrag von Ribe.

Herzog Adolf VIII. – zugleich Graf von Holstein und Stormarn, deutsch orientiert, und als Adolf I. auch Herzog von Schleswig, dänisch orientiert – hinterließ nach seinem Tod 1459 keinen direkten Erben.Ribe1Und da trat natürlich die Frage auf, welches Erbrecht jetzt gilt denn jetzt, das Deutsche oder das Dänische. Schwierig, schwierig. Es sollten auf jeden Fall aufkeimende Konflikte zwischen der Nord – und Ostsee verhindert werden.       Das Ziel war ein Herrscher für beide Landesteile.

Die Ritterschaft fasste hierfür den Sohn der Schwester Adolfs VIII, König Christian I. von Dänemark, ins Auge

Ribe3Christian I. lud, im Jahr 1460, zu einer Versammlung der Ritter nach Ribe. Hier wurde er am 2. März, unter Umgehung des deutschen Rechtes, zum Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein (ab 1474 Herzog) gewählt. Christian I. regierte Dänemark, sowie Schleswig und Holstein in Personalunion und war quasi sein eigener Lehnsmann.

Flagge5 +  Flagge1 = Flagge2

Ribe2

Die Lehnsherrschaft ging dadurch nicht automatisch an die dänischen Könige, diese mussten wiedergewählt werden. Durch Zugeständnisse und weitgehende Rechte der Ritter war die Wahl der Lehnsherrschaft obligatorisch. Diese Rechte sicherte die Handfeste, wie der Vertrag korrekt heißt, der Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft zu, darunter u.a. die Kriegs-, Steuer- und Münzbewilligung.Ribe5Die bekannteste Passage des Vertrags ist bis heute

„dat se bliven ewich tosamende ungedelt“ (dass sie ewig ungeteilt zusammen bleiben)

Schleswig und Holstein 1650

welche politisch wie wirtschaftlich für die Ritter von Belang war, da die lokale Landverteilung einem Flickenteppich in unterschiedlichen Konstellationen glich.

Bis Mitte des 19. Jahrhundert gab es mit „ up ewig ungedeelt“ keine großen Probleme, erst dann wurde diese Zusammengehörigkeit in Frage gestellt. Die Holsteiner wollten sich dem Deutschen Bund anschließen und die meisten Schleswiger wollten bei den Dänen bleiben. Die Angeln waren sich zu der Zeit auch nicht einig, auf welche Seite sie sich schlagen sollten.

Flagge6                Flagge13                 Flagge8

Flagge4

Kurz vor dem Deutsch – Dänischen Krieg erklärte Bismarck am Silvesterabend 1863 : „Die “Up ewig-ungedeelten” müssen einmal Preußen werden“Nach dem Kriegsgewinn der Deutschen 1864, ging ganz Schleswig und Holstein an den Deutschen Bund, aber Preußen wurden wir nicht.

Nach der deutschen Niederlage des 1. Weltkrieg, durften die Schleswiger 1920 wählen ob sie deutsch oder dänisch sein wollten. Das Herzogtum Schleswig wurde durch diese Wahl friedlich in einen nördlichen, dänischen Teil und einen südlichen, deutschen Teil geteilt. Diese Grenzziehung zwischen Flensburg und Tondern, hat bis heute bestand.

Flagge5                  Flagge1

Angeln wurde endgültig deutsch.

Das „Up ewig ungedeelt“ gehört auch heute noch zu unserem schleswig-holsteinischen Leitbild, auch wenn der nördliche, dänische Teil von Schleswig politisch nicht mehr dazugehört. Wir pflegen jedoch freundschaftliche Kontakte zu den Dänen.Flagge3Ich kenne auch Paare die sich „Up ewig ungedeelt“ in ihre Eheringe haben gravieren lassen. Und wenn das bei uns schon seit 1460 funktioniert, kann den Paaren ja nichts passieren.

Der Versuch das mit dem dänischen und deutschen anhand der Husumer Protestschweinen ein wenig zu erklären oder einfach nur Kuddelmuddel

                                                                                                                         Protestschwein8Vorwort   

„Nur drei Menschen haben die schleswig-holsteinische Geschichte begriffen – Prinzgemahl Albert, der ist tot; ein deutscher Professor, der ist wahnsinnig geworden; und ich, nur habe ich alles darüber vergessen.“                                      Henry John Temple,3. Viscount Palmerston, britischer Premierminister (1784-1865)

Schleswig-Holstein soll seitdem Vertrag von Ribe 1460 „ up ewig ungedeelt“ (auf ewig ungeteilt) bleiben, obwohl das Herzogtum Holstein sich eher dem deutschen Bund zugehörig fühlte und das Herzogtum Schleswig sich mehrheitlich dänisch fühlte.             Die längste Zeit unterstanden Schleswig und Holstein in Personalunion der dänischen Könige und damit das nicht zu einfach wird, wurde Schleswig und Holstein noch in kleine Herrschaftsbereiche unterteilt, was einen ziemliches Kuddelmuddel gab.ProtestschweinHier geht es um die Zeit von ~ 1864 – 1920, das war die Zeit in der die nationale Identität wichtig wurde. Die Holsteiner wollten sich gern dem deutschen Bund anschließen und die Deutschen hätten auch noch gerne Schleswig mit dazu genommen, aber die Dänen wollten Schleswig in ihr Land integrieren. Wie man sich vorstellen kann, gab das eine Menge Stress und sie haben sich die Köppe eingehauen, die Deutschen haben gewonnen und Schleswig ging an die Deutschen. Darüber waren die Nordschleswiger sehr traurig und die Südschleswiger zufrieden, nun ja, bis auf die jeweiligen Minderheiten, die es natürlich auch gab.
Keine Angst ich komm noch zu den Schweinen.Protestschwein9
Bis zum Krieg 1864 war in Angeln dänisch die Amts- u. Kirchensprache und im Alltag wurde Angeldänisch gesprochen. Doch nach dem Krieg wurde Deutsch die Amts- u. Kirchensprache und Plattdeutsch setzte sich auch langsam durch, sodass das Angeldänisch verschwand und sich nur einige Wörter erhalten haben, von denen wir es gar nicht wissen, es fällt erst auf, wenn Fremde diese nicht verstehen,                            Protestschwein5wat fürn Aggewars.
1920, nachdem die Deutschen den ersten Weltkrieg verloren hatten, durften die Schleswiger abstimmen ob sie lieber deutsch oder dänisch sein wollten. Die Abstimmung hat ergeben, dass die Grenze jetzt grob von Flensburg und Süderlügum verläuft. Die jeweilige Minderheit steht seit dem unter besonderen Schutz.
Meine Ur-Oma, die in den 1880ern geboren ist und aus der Nähe von Broager kam hat sich 1920 für Angeln entschieden, konnte aber bis zum Schluss besser dänisch als deutsch.
Ja, langsam komme ich zu den Schweinen.
Zurück zu den Jahren nach 1864, wie schon erwähnt wurde die Amtssprache deutsch, weiter durfte auch die dänische Fahne nicht gehisst werden, was die dänisch Gesinnten natürlich total doof fanden.
Die Dänen haben es aber sehr mit ihrer Dannebrog Fahne, man darf heutzutage in Dänemark nur den Dannebrog hissen, außer an Schiffen die müssen ja ihre Heimatflagge gehisst haben, Seerecht und so.
Protestschwein11Die dänische Minderheit war also ziemlich sauer auf die Deutschen und wollte denen eins auswischen.
Damals hatte ja eigentlich jeder ein eigenes Schwein und die Bauern waren so plietsch dass sie aus einer englischen Rasse und aus einem Marschschwein das Rotbunte Husumer kreuzten, ein Sattelschwein, vorne und hinten war es rotbunt und in der Mitte war es weiß. Wenn wir uns jetzt die dänische Flagge in Erinnerung Protestschwein6rufen, sehen wir eine rot Fahne mit einem weißen Kreuz und dann das Schwein rot mit einem weißen Sattel, ok nicht ganz ein Kreuz, aber fast.
Nun haben die stolzen dänischen Bauern, aus Protest gegen die deutsche Protestschwein1Obrigkeit,ihre Schweine und somit die dänische Flagge in ihren Vorgarten gestellt. Zum einen hatten sie die Flagge gehisst und zum anderen zeigte das Schwein was die Dänen von den Deutschen hielten.
Nicht immer waren sich die Deutschen und Dänen grün, aber die selbst gewählte Grenze gibt es noch heute, die Minderheiten behielten ihre Rechte und heute leben wir friedlich, mit- , neben- und untereinander.

So komme ich dann immer mal wieder zum deutsch-dänischen Kuddelmuddel.Protestschwein10

Angeln und sein Volk bis 1460

 

„Jutland Peninsula map“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – Kimbrisch Halbinsel

„Jutland Peninsula map“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – Kimbrisch Halbinsel

Die Feiertage sind vorbei, die Naschis von Weihnachten sind verputzt. Es ist Zeit für ein bisschen Geschichte.       .
Angeln liegt auf der Kimbrischen Halbinsel, sie umfasst heute Jütland und Schleswig – Holsteinbis 1460 6

Die ersten Jäger und Sammler kamen schon nach der letzten Eiszeit und ab 4000 v.Chr ließen sich Ackerbauer nieder. In der Bronzezeit gab auch schon der den Ochsenweg, den Handelsweg zwischen Jütland und Hamburg.

Erstmals erwähnt wurde das Volk der Angeln von Tacitus 98 n.Chr.

Richtig in Erscheinung getreten sind die Angeln um 500 n.Chr., als ein Großteil der Einwohner, unter der Führung des sagenumwobenen König Offa, nach Britannien auswanderten. Zusammen mit den Sachsen und anderen Völkern wurden sie die Angelsachsen, von denen die Engländer ihren Namen haben.
Ob die Angeln als Söldner der Römer, um gegen die Pikten zu kämpfen oder wegen einer Hungersnot ihre Heimat verlassen haben, konnte ich nicht genau klären.
Die Geschichte um Offas und England ist ein ganz, eigens, großes Feld, dem ich nochmal gesondert widmen werde.
„SiedlungsgebieteSchleswig-HolsteinText“ von JulieMom - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

„SiedlungsgebieteSchleswig-HolsteinText“ von JulieMom – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Nach der Auswanderung des Volkes der Angeln war die Landschaft Angeln ~100 Jahre kaum besiedelt.
Ab ca. 600 n.Chr siedelten sich dann Jüten und Dänen an, wie man noch an -by und -rup erkennen kann.

Um 770 n.Ch wurde die Wikingersiedlung Haithabu gegründet, die sich zu einem der wichtigsten Handelszentren seiner Zeit entwickelte.                                    Um 1066 wurde die Siedlung, nach kriegerischen und verlorenen Angriffen aufgegeben und die Einwohner siedelten sich in Schleswig an. Schleswig hatte es, aber nie zu der Bedeutung wie Haithabu, geschafft.
In der Wikingerzeit kam auch der Verteidigungswall Danewerk zu seiner Bedeutung. Der Schutzwall tat seinen letzten Dienst im deutsch – dänischen Krieg 1864. Reste sind bis heute erhalten.
Zwischen 768 bis 811 n.Chr. führte der christliche Karl der Große gegen die heidnischen Nordgermanen immer wieder kriegerische Angriffe.
Nach einem Friedensvertrag wurde die Eider die Grenze zwischen den Karolinger und den Dänen, seitdem stand Angeln über Jahrhunderte unter dänischer Verwaltung.

Um 1200 n.Chr wurden Jütland so wie das Herzogtum Schleswig in Harden eingeteilt. Erstmals wurden 1231 n.Chr die Nieharde (Wippendorf, Rundhof, Wackerballig und Röst) sowie die Schliesharde (Grödersby, Dollerott, Faulück, Rabenkirchen und Süderbrarup) erwähnt.
„Foto von der Karte von Angeln von 1596, mit Flensburg, Kappeln, Schleswig etc, Bild 01“ von Sönke Rahn - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons

„Foto von der Karte von Angeln von 1596, mit Flensburg, Kappeln, Schleswig etc, Bild 01“ von Sönke Rahn – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons

Angeln liegt im Hoheitsgebiet des Herzogtumes Schleswig, somit ist es auch mit der Geschichte des Herzogtumes Holstein verbunden.
Ab 1386 n.Chr waren die Herzogtümer Schleswig und Holstein, als die Schauenburger Grafen Schleswig als dänisches Lehen besaßen, gemeinsam auf einem Wappen zu sehen.
Ab etwa 1400 n.Chr erlangten die dänischen Könige die Lehnshoheit über Schleswig zurück.
Der dänische König Christian I.von Oldenburg wurde 1460 n.Chr, durch den Vertrag von Ribe, Herzog des dänischen Lehen Schleswig und Graf des zum Deutschen Reich gehörenden Holstein.
Siegel des Gerhard VI. von 1395 gemeinfrei

Siegel des Gerhard VI. von 1395 gemeinfrei

Der Vertrag von Ribe besagt auch das Schleswig und Holstein politisch nie getrennt werden dürfen.
                                                „Up ewig ungedeelt“
Das war jetzt der einfache Teil der Geschichte von Angeln.
Ich werde mich immer mal wieder einzelnen Aspekten des Artikels widmen und mich auch an der Geschichte ab 1460 „abarbeiten“

 

Angeln

Wenn jetzt einer die Überschrift liest „Angeln zwischen Flensburg und der Schlei“,
dann denkt er vielleicht, jetzt kommen Fischereitipps von der Ostsee.
– den muss ich leider enttäuschen.
Mein Angeln ist kein Sport sondern meine Heimat. Ein Landstrich im äußersten
Nordosten von Schleswig – Holstein.
„Schleswig-Holstein, administrative divisions - de - colored“ von TUBS - Eigenes WerkDiese Vektorgrafik wurde mit dem Adobe Illustrator erstellt.Diese Datei wurde mit Commonist hochgeladen.Diese Vektorgrafik enthält Elemente die von folgender Datei entnommen oder adaptiert wurden: Schleswig-Holstein location map.svg (von NordNordWest).. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schleswig-Holstein,_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg#/media/File:Schleswig-Holstein,_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg

„Schleswig-Holstein, administrative divisions – de – colored“ von TUBS – Eigenes WerkDiese Vektorgrafik wurde mit dem Adobe Illustrator erstellt.Diese Datei wurde mit Commonist hochgeladen.Diese Vektorgrafik enthält Elemente die von folgender Datei entnommen oder adaptiert wurden: Schleswig-Holstein location map.svg (von NordNordWest).. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schleswig-Holstein,_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg#/media/File:Schleswig-Holstein,_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg

Angeln ist die Landschaft zwischen Flensburg, der Ostseeküste runter bis Schleimünde,
die Schlei entlang bis Schleswig und links der A7 wieder hoch nach Flensburg.
„Angeln“. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Angeln.jpg#/media/File:Angeln.jpg

„Angeln“. Lizenziert unter CC BY 2.5 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Angeln.jpg#/media/File:Angeln.jpg

Nach und nach werde ich euch mehr von Land und Leuten berichten