Die Schlei

Schlei5Die Schlei ist die südliche Begrenzung Angelns. Sie teilt Angeln und Schwansen in zwei Halbinseln.                                                                       Seit Oktober 2008 ist die Region um die Schlei als Naturpark Schlei anerkannt.

Entstanden ist sie in der Eiszeit. Als das Eis zurückging, ist zwischen dem heutigen Schleswig und Schleimünde eine ca. 43 km lange Rinne mit einer durchschnittlichen Tiefe von 3 m entstanden. Die Schlei ist ein Brackwasser-Gewässer. Bei Schleimünde ist der Salzgehalt bei ca. 1,8 %, wie in der Ostsee, in Schleswig liegt er dann nur noch bei ca. 0,5 %.Schlei7Aber was genau ist die Schlei? Eine Förde, Fjord, Fluss oder was? Die Frage ist gar nicht so einfach. Ein Fluss ist sie sicher nicht aber auch bei Förde und Fjord teilen sich die Meinungen, auf jeden Fall ist sie ein Meeresarm der Ostsee.

Schlei6Die Ufer der Schlei wurden schon vor mindestens 4000 v.Chr. besiedelt. Um 500 n.Chr. wanderten viele Angelner nach England aus. Um 770 n.Chr. entstand das Handelszentrum Haithabu, eine Bedeutende Wikingersiedlung. Die Handelswege der Wikinger zwischen Nord- und Ostsee gingen die Schlei entlang von der Mündung ins Landesinnere. Von da wurden die Schiffe einige Kilometer über das Land zur Eider geschleppt, die einen direkten Zugang zur Nordsee hat. Schlei10Auch führte der Ochsenweg,  die Nord – Südverbindung, von Dänemark nach Hamburg, an der Schlei vorbei.      Zum Ausgang der Wikingerzeit um 1050 n.Chr. verlor die Schlei ihre Bedeutung als Handelsweg, da die Schiffe immer größer wurden und so die Schlei für Handelsschiffe nicht mehr schiffbar war.

Auf der Schlei wurde schon immer gefischt, hauptsächlich Hering, Aal, Schleischnäpel und andere Weißfische. An den Ufern haben sich viele Fischerdörfer, Arnis, Missunde, Sieseby und der Holm bei Schleswig, angesiedelt. Der Holm ist bis heute die letzte echte Fischersiedlung, ein richtiger Touristenmagnet.Schlei1Schlei2

Heute sind der Tourismus und der Wassersport die größten Wirtschaftszweige. Die Schlei ist ein beliebtes Segelrevier, auch Radfahrer kommen hier auf ihre Kosten und durch die Nähe der Ostsee kann man einen schönen Strandurlaub machen. Kultur findet man auch in der weitläufigen Gegend.

 

 

Schlei8Ein besonderer Anziehungspunkt sind die Heringe. Im Frühling ziehen die Heringe zum Laichen die gesamte Ostseeküste und speziell in die Schlei hoch.                                                                 Durch die geringe Breite der Schlei ist das Fischen von Heringen einfacher als an der Küste. Im Frühjahr kommen in etwa genau so viele Angler wie Heringe. Eine besondere Fangmethode ist die mit Heringszäune, diese sind trichterförmig zulaufende Holzzäune an deren Ende Netze angebracht sind.                            Früher gab es ca. 40 Heringszäune an der Schlei. Heute gibt es nur noch einen in Europa, der auch noch befischt wird und der ist in Kappeln. Dieser wurde erstmals 1451 erwähnt und steht sei Mitte der 1970er unter Denkmalschutz.

Seit 38 Jahren werden in Kappeln die Heringstage gefeiert, 4 Tage von Himmelfahrt bis zum folgenden Sonntag. Schlei9Am ersten Tag wird ein Heringskönigspaar gekrönt. Prominente fahren mit dem Schiff an die Heringszäune, hier holt ein Fischer das Netz ein. Die Prominenten müssen jetzt schätzen, wie schwer die Fische im Netz sind. Der- und Diejenige, die am dichtesten am Gewicht sind, sind die Heringskönige für das folgende Jahr. Nachdem die Prominenten mit ihrer Wette fertig sind, darf das Fußvolk die Anzahl der gefangenen Heringe tippen. Hier werden die Besten am Sonntag geehrt. An allen Tagen gibt es ein reichhaltiges Rahmenprogramm.

Es gibt natürlich noch viel mehr über die Schlei zu berichten, aber dazu später mehr.

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Nordisch für Zugereiste 6 – kötern

kötern6Wenn du einem Hund etwas zu fressen gibt, denkt er:      „Du musst Gott sein.“                                                            Wenn du einer Katze etwas zu fressen gibst, denkt sie:   „Ich muss Gott sein.“

Nein ich will hier nicht groß über Hunde schreiben und erst recht nicht über Kötern, im  Dativ Plural des Substantivs Köter. Mein kötern ist ein Verb und nicht den Hunden vorbehalten und schon gar nicht den Dackeln.                                           Nein, alle andere zahme Tiere, mit Kontrollzwängen, sind dazu in der Lage, aber auch Menschen können es, je jünger, umso besser.kötern7Bei kleinen Kindern ist es auch noch normal, sie hängen eben am Rockzipfel der Mutter, kleine Hunde und Katzen hängen auch an diesem Rockzipfel. Irgendwann verwächst es sich aber.                                                                                                        Die meisten kennen das bestimmt. Man beginnt eine neue Arbeit, nicht unbedingt in einem Büro, wo man 8 Stunden an dem Bürostuhl gebunden ist und die ersten drei Tage rennt man nur einem, hoffentlich netten Kollegen, hinterher.kötern8kötern1Für drei Tage ist das ja noch ok, aber nicht wenn man aufs Tante Meier geht, da möchte man doch lieber alleine hin.                                            Irgendwann wenn die Wege einstudiert sind fängt es dem, hoffentlich netten, Kollegen an zu nerven, wenn ständig jemand hinter ihm her kötert.

kötern5Ähnlich sieht es bei der Hausarbeit aus, man kommt zu nix und fällt ständig über Kind oder Hund. Wenn es dann der Wellensittich ist der einem hinterher kötert, wird es schon mal gefährlich für den Vogel, denn wenn man versehentlich auf den tritt, kann das dramatische Folgen haben, bis hin, dass der Vogel nicht mehr piept.

Besonders nervig ist es, wenn man es sehr eilig hat. Denn wenn ständig einer hinter einem herkötert, kommt man schon mal in Schwierigkeiten.

kötern2          kötern3

Feierabend gibt es beim Hinterherkötern auch nicht, egal ob man seinem Hobby kötern4nachgeht oder einfach nur gemütlich Fernsehen sehen will. Die einzige Möglichkeit sich dem Kötern zu entziehen ist, dass die oder der Besagte vor einem einschläft.

Fazit:                                                                      Wenn man aus dem Kindergartenalter raus ist, muss man nicht ständig jedem hinterher dackeln.

„Up ewig ungedeelt“ oder Vertrag von Ribe

Flagge11Mal wieder etwas Geschichte.

„Up ewig ungedeelt“ unser Motto.
Und wieder dieser deutsch/dänische Kuddelmuddel.

Wie schon die Vorgeschichte zeigte ist es schwer die Geschichte Angelns nur für sich zu sehen. Angelns Geschichte ist immer mit der Geschichte von Schleswig – Holstein verbunden, erst recht seit dem Vertrag von Ribe.

Herzog Adolf VIII. – zugleich Graf von Holstein und Stormarn, deutsch orientiert, und als Adolf I. auch Herzog von Schleswig, dänisch orientiert – hinterließ nach seinem Tod 1459 keinen direkten Erben.Ribe1Und da trat natürlich die Frage auf, welches Erbrecht jetzt gilt denn jetzt, das Deutsche oder das Dänische. Schwierig, schwierig. Es sollten auf jeden Fall aufkeimende Konflikte zwischen der Nord – und Ostsee verhindert werden.       Das Ziel war ein Herrscher für beide Landesteile.

Die Ritterschaft fasste hierfür den Sohn der Schwester Adolfs VIII, König Christian I. von Dänemark, ins Auge

Ribe3Christian I. lud, im Jahr 1460, zu einer Versammlung der Ritter nach Ribe. Hier wurde er am 2. März, unter Umgehung des deutschen Rechtes, zum Herzog von Schleswig und Grafen von Holstein (ab 1474 Herzog) gewählt. Christian I. regierte Dänemark, sowie Schleswig und Holstein in Personalunion und war quasi sein eigener Lehnsmann.

Flagge5 +  Flagge1 = Flagge2

Ribe2

Die Lehnsherrschaft ging dadurch nicht automatisch an die dänischen Könige, diese mussten wiedergewählt werden. Durch Zugeständnisse und weitgehende Rechte der Ritter war die Wahl der Lehnsherrschaft obligatorisch. Diese Rechte sicherte die Handfeste, wie der Vertrag korrekt heißt, der Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft zu, darunter u.a. die Kriegs-, Steuer- und Münzbewilligung.Ribe5Die bekannteste Passage des Vertrags ist bis heute

„dat se bliven ewich tosamende ungedelt“ (dass sie ewig ungeteilt zusammen bleiben)

Schleswig und Holstein 1650

welche politisch wie wirtschaftlich für die Ritter von Belang war, da die lokale Landverteilung einem Flickenteppich in unterschiedlichen Konstellationen glich.

Bis Mitte des 19. Jahrhundert gab es mit „ up ewig ungedeelt“ keine großen Probleme, erst dann wurde diese Zusammengehörigkeit in Frage gestellt. Die Holsteiner wollten sich dem Deutschen Bund anschließen und die meisten Schleswiger wollten bei den Dänen bleiben. Die Angeln waren sich zu der Zeit auch nicht einig, auf welche Seite sie sich schlagen sollten.

Flagge6                Flagge13                 Flagge8

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Kurz vor dem Deutsch – Dänischen Krieg erklärte Bismarck am Silvesterabend 1863 : „Die “Up ewig-ungedeelten” müssen einmal Preußen werden“Nach dem Kriegsgewinn der Deutschen 1864, ging ganz Schleswig und Holstein an den Deutschen Bund, aber Preußen wurden wir nicht.

Nach der deutschen Niederlage des 1. Weltkrieg, durften die Schleswiger 1920 wählen ob sie deutsch oder dänisch sein wollten. Das Herzogtum Schleswig wurde durch diese Wahl friedlich in einen nördlichen, dänischen Teil und einen südlichen, deutschen Teil geteilt. Diese Grenzziehung zwischen Flensburg und Tondern, hat bis heute bestand.

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Angeln wurde endgültig deutsch.

Das „Up ewig ungedeelt“ gehört auch heute noch zu unserem schleswig-holsteinischen Leitbild, auch wenn der nördliche, dänische Teil von Schleswig politisch nicht mehr dazugehört. Wir pflegen jedoch freundschaftliche Kontakte zu den Dänen.Flagge3Ich kenne auch Paare die sich „Up ewig ungedeelt“ in ihre Eheringe haben gravieren lassen. Und wenn das bei uns schon seit 1460 funktioniert, kann den Paaren ja nichts passieren.

Quo vadis? oder Wasser, See, Meer

Wasser1Ich kuckte ( nein guckte ist nicht falsch geschrieben, Hr.Duden erlaubt uns Nordischen das k = kuckt) gestern das Schleswig – Holstein Magazinen und dachte ich hör nicht richtig, da wurde doch aus dem Studio, zum Wettergott Meeno Schrader beim Frühjahrsputz am Meer, geschaltet. Ich war schon gespannt wohin die Schaltung genau geht  ans Mittelmeer, das Steinhuder Meer oder wohin?                              Was soll ich sagen, Meeno war am Schönberger Strand, der wie wir alle wissen oder jetzt alle wissen, an der Ostsee liegt, also weit weg von jedem Meer.                     
Es gibt Dinge die machen wir einfach nicht und dazu gehört „ans Meer“ gehen, mal abgesehen davon das hier auch keines in der Nähe ist. Wasser6Wasser4Wir gehen „ans Wasser“, ob nun Ostsee, Schlei oder Noor oder welche Tümpel sonst noch da sind. Gibt es in der Nähe mehrere Wasser, an die man geht, kann man alternativ auch direkt sagen an welches, also an die Ostsee, die Schlei oder das Noor.
Wasser2Selbst wenn wir am Mittelmeer Urlaub machen, gehen wir „ans Wasser“.                                                                             Den Begriff Meer benutzen wir so gar nicht, der wird nur in Eigennamen gebraucht, bei den geografischen Meeren oder bei Geschäften und Restaurants die das Meer als Wortspiel benutzen, wie das Lokal Sonne + Meer, direkt „am Wasser“ gelegen. Es ist auch das offene Meer und Meersalz erlaubt oder, wenn wir noch mehr haben wollen.
Wasser3Wenn jemand an die See will, können wir das mit gutem Willen durchgehen lassen, da wir ja nur die Nord- u. Ostsee um uns herum haben und die Verwechslungsgefahr zu einem Meer kaum besteht, zudem besteht natürlich auch immer die Möglichkeit auf die offene See zufahren.  
Wasser5                                                                             Bei der See muss man natürlich darauf achten, ob man an die See oder den See will, wieso das so unterschieden wird, weiß ich nicht, ich denke, dass die See immer einen direkten Zugang zum offenen Meer hat, also die Ostsee.  
Da Meer und See quasi ausgeschlossen sind bleibt nur noch die Möglichkeit „ans Wasser“ zugehen und dabei sollte man nie vergessen einen Büddel mit zunehmen, für den Fall schöne Steine oder Hölzer sammeln zu wollen. Wasser7