Holnis zu Fuß

Holnis wanderreitkarte.de

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Am Sonnabend, den 23.01.16, dem Winter 2016, die Schneehöhe war im Besorgnis erregenden Höhen im 1 stelligen cm Bereich, bin ich um Holnisspitze spaziert und will euch das schöne Eckchen nicht vorenthalten.
Holnis ist der nordöstliche Teil Deutschlands. Die Halbinsel liegt ca.6 km östlich von Glücksburg und ca.19 km von Flensburg. Entstanden ist sie durch die letzte Eiszeit. An sich war Holnis eine Insel wurde aber 1929 durch einen Damm mit dem Festland verbunden.
Holnis1

Im Jahr 1993 wurden 377 ha unter Naturschutz gestellt. Steilküste, Salzwiesen, Knicks und vieles mehr kennzeichnen die Landschaft.

Holnis3 ImNaturschutzgebiet wird eine natürliche   Steilküstenentwicklung zugelassen, in diesen Gebieten wird alles was von den Steilküsten herunter kommt nicht geräumt, sodass jeder vor abbrechenden Bäumen, Ästen und Erdmassen selbst aufpassen muss. Dadurch entsteht eine lebendige Küste.

                                                             An der östlichen Seite, an der sich der Holnis4größte Teil das Naturschutzgebiet liegt, kann man Flora und Fauna der Halbinsel am besten entdecken, hier kommt man auch an der NABU Hütte, mit vielen Infos vorbei.

Hier hat man die Ruhe für kleine Kunstwerke

Hier hat man die Ruhe für kleine Kunstwerke

An der nördlichen Seite befindet sich die Holnisspitze, die auch der Übergang von der Flensburger Innenförde zur Außenförde ist. Hier hat man einen guten Blick auf Dänemark,Holnis2bei Sonnenschein leuchtet die Kirche von Rinkenæs über die Förde, Holnis6auch hat man einen guten Blick auf die Zwillings Kirchtürme von Broager, lange Geschichte also später mehr und auf das Ziegeleimuseum von Cathrinesminde, von hieraus kann man sich schon sein nächstes Dänemark Ziel auskucken.                           An der Westseite findet man einen schönen Sandstrand der zum Baden einlädt.
Holnisspitze wanderreitkarte.de/

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Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in verschiedenen Längen, Holnisspitze zu erkunden, die Wege sind gut ausgeschildert. Damit sich die Natur hier weiter wohlfühlen kann, bleibt auf den Wegen, leint eure Hunde an und beachtet die Hinweisschilder.
Einen Wegpunkt, an dem man fast immer vorbeikommt, will ich nicht verschweigen.
Das Seemannsgrab, ein Gedenkstein mit folgender Inschrift.
Seemannsgrab.
An dieser Stelle liegt der Steuermann
Peter Thomson aus
Flensburg begraben.
Warum?Holnis7Er kam im Jahre 1850 mit seinem Segelschiff aus Westindien zurück. Da er krank an Bord lag mit Cholera, wurde dem Schiff bei der „Visitation“ an der Norderfährbrücke das Einsegeln nach Flensburg verboten. Das Schiff wurde vor Anker gelegt, der Steuermann verstarb an Bord. Seine Kameraden begruben ihn hier in aller Stille.
Holnis8

 

 

Nordisch für Zugereiste 3 Schneefüg, es fügt

Morgens, Dienstag, 19.01.16, ich ziehe die Gardinen zur Seite und was sehe ich da Schnee!Schneefüg1
Auf dem Boden liegt schon eine geschlossene Schneedecke, in bedenklicher Höhe von einigen Millimetern, von oben kommt noch mehr Schnee und Orkan mit Böen von bis zu 5 Windstärken toben.             Schneefüg, Schneekatastrophe und das im Winter, wer rechnet schon in dieser Jahreszeit mit solch einem Wetter.
Schneefüg2Ich rechne schon damit dass ich nicht aus dem Haus komme, dass die Busse nicht mehr nach Plan fahren, die Züge nur noch durch die Landschaft tuckern und nicht zu vergessen es wird bestimmt Sondersendungen über Sondersendungen geben.
Los soll ich trotzdem, also Katastrophenzeug angezogen und raus in das Wetterchaos, ich rechne damit nicht aus der Haustür zukommen. Und was soll ich sagen, keine Spur von Schneefüg, es ist kaum der Rede wert was da vom Himmel kommt, von Katastrophe keine Spur.
Schneefüg4Für richtigen Schneefüg braucht man dann doch mehr Schnee und Wind. Wenn der Wind so stürmt, dass die Schneemassen waagerecht fallen, dann fügt es                              – Schneefüg –
Die Sichtweite ist kurz, Straßen, selbst die Nordstraße, sind kaum oder gar nicht passierbar, die Schneemassen sammeln sich meterhoch, als Schneewehen, an den Knicks und die Kinder freuen sich, da die Schule schon mal ausfällt und dann gibt es auch eine Sondersendung.
So war das jedenfalls in meiner Kindheit.
Schneefüg3

auf der Suche nach dem Schnee

Und heutzutage, drei Schneeflocken fallen, die Busse fahren irgendwann, die Züge tuckern durch die Gegend und bei solch einer Wetterkatastrophe gibt es natürlich Sondersendungen.
Das heißt, am Dienstag haben Radio und TV die Sondersendungen vergessen, ich war richtig enttäuscht.

Also wenn es fügt, tobt ein Schneesturm, ein Blizzard wie die Amis sagen.Schneefüg6Der Beitrag ist wohl auch im Schneefüg steckengeblieben und darum etwas verspätet.

Angeln und sein Volk bis 1460

 

„Jutland Peninsula map“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – Kimbrisch Halbinsel

„Jutland Peninsula map“. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – Kimbrisch Halbinsel

Die Feiertage sind vorbei, die Naschis von Weihnachten sind verputzt. Es ist Zeit für ein bisschen Geschichte.       .
Angeln liegt auf der Kimbrischen Halbinsel, sie umfasst heute Jütland und Schleswig – Holsteinbis 1460 6

Die ersten Jäger und Sammler kamen schon nach der letzten Eiszeit und ab 4000 v.Chr ließen sich Ackerbauer nieder. In der Bronzezeit gab auch schon der den Ochsenweg, den Handelsweg zwischen Jütland und Hamburg.

Erstmals erwähnt wurde das Volk der Angeln von Tacitus 98 n.Chr.

Richtig in Erscheinung getreten sind die Angeln um 500 n.Chr., als ein Großteil der Einwohner, unter der Führung des sagenumwobenen König Offa, nach Britannien auswanderten. Zusammen mit den Sachsen und anderen Völkern wurden sie die Angelsachsen, von denen die Engländer ihren Namen haben.
Ob die Angeln als Söldner der Römer, um gegen die Pikten zu kämpfen oder wegen einer Hungersnot ihre Heimat verlassen haben, konnte ich nicht genau klären.
Die Geschichte um Offas und England ist ein ganz, eigens, großes Feld, dem ich nochmal gesondert widmen werde.
„SiedlungsgebieteSchleswig-HolsteinText“ von JulieMom - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

„SiedlungsgebieteSchleswig-HolsteinText“ von JulieMom – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

Nach der Auswanderung des Volkes der Angeln war die Landschaft Angeln ~100 Jahre kaum besiedelt.
Ab ca. 600 n.Chr siedelten sich dann Jüten und Dänen an, wie man noch an -by und -rup erkennen kann.

Um 770 n.Ch wurde die Wikingersiedlung Haithabu gegründet, die sich zu einem der wichtigsten Handelszentren seiner Zeit entwickelte.                                    Um 1066 wurde die Siedlung, nach kriegerischen und verlorenen Angriffen aufgegeben und die Einwohner siedelten sich in Schleswig an. Schleswig hatte es, aber nie zu der Bedeutung wie Haithabu, geschafft.
In der Wikingerzeit kam auch der Verteidigungswall Danewerk zu seiner Bedeutung. Der Schutzwall tat seinen letzten Dienst im deutsch – dänischen Krieg 1864. Reste sind bis heute erhalten.
Zwischen 768 bis 811 n.Chr. führte der christliche Karl der Große gegen die heidnischen Nordgermanen immer wieder kriegerische Angriffe.
Nach einem Friedensvertrag wurde die Eider die Grenze zwischen den Karolinger und den Dänen, seitdem stand Angeln über Jahrhunderte unter dänischer Verwaltung.

Um 1200 n.Chr wurden Jütland so wie das Herzogtum Schleswig in Harden eingeteilt. Erstmals wurden 1231 n.Chr die Nieharde (Wippendorf, Rundhof, Wackerballig und Röst) sowie die Schliesharde (Grödersby, Dollerott, Faulück, Rabenkirchen und Süderbrarup) erwähnt.
„Foto von der Karte von Angeln von 1596, mit Flensburg, Kappeln, Schleswig etc, Bild 01“ von Sönke Rahn - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons

„Foto von der Karte von Angeln von 1596, mit Flensburg, Kappeln, Schleswig etc, Bild 01“ von Sönke Rahn – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons

Angeln liegt im Hoheitsgebiet des Herzogtumes Schleswig, somit ist es auch mit der Geschichte des Herzogtumes Holstein verbunden.
Ab 1386 n.Chr waren die Herzogtümer Schleswig und Holstein, als die Schauenburger Grafen Schleswig als dänisches Lehen besaßen, gemeinsam auf einem Wappen zu sehen.
Ab etwa 1400 n.Chr erlangten die dänischen Könige die Lehnshoheit über Schleswig zurück.
Der dänische König Christian I.von Oldenburg wurde 1460 n.Chr, durch den Vertrag von Ribe, Herzog des dänischen Lehen Schleswig und Graf des zum Deutschen Reich gehörenden Holstein.
Siegel des Gerhard VI. von 1395 gemeinfrei

Siegel des Gerhard VI. von 1395 gemeinfrei

Der Vertrag von Ribe besagt auch das Schleswig und Holstein politisch nie getrennt werden dürfen.
                                                „Up ewig ungedeelt“
Das war jetzt der einfache Teil der Geschichte von Angeln.
Ich werde mich immer mal wieder einzelnen Aspekten des Artikels widmen und mich auch an der Geschichte ab 1460 „abarbeiten“