för all de lütten Leckersnuten

Kiek mol, watt is de Himmel so rot?Backen1
Dat sünd de Engel, de backt dat Brot.
De backt den Wiehnachtsmann sien Stuten,
för all de lütten Leckersnuten.
Schau mal, wieso ist der Himmel so rot?
Das sind die Engel, die backen das Brot.
Die backen für den Weihnachtsmann Weißbrot,
für all die kleinen Leckermäuler

Backen8Ja es ist wieder soweit, wir sind in der Adventszeit.
Die Weihnachtsmärkte sind wieder offen.
Bei den Bäckern gibt es Gewürzkuchen.
In den Küchen werden Plätzchen gebacken.

Backen5Nein, hier ist der Weihnachtsmann nicht mit seinen Stuten zu sehen, er verweilt auf meinem Klöben.

Stuten, Klöben was soll das denn jetzt wieder heißen?
Also, Stuten hat nichts mit den Pferden oder sonstigen Getier zu tun. Stuten sind Weißbrot und in früheren Jahren war Weißbrot etwas Besonderes, welches nur zu besonderen Anlässen, wie Weihnachten, gebacken wurde. Alltags gab es dunkles Brot.
Und Klöben hat nichts mit verkloppen zu tun, er ist ganz friedlich. Ein Klöben ist ein Stollen, nicht der im Bergwerk sondern der aus Dresden.
Bei uns gibt es selten Dresdener Stollen, wir machen Quarkstollen, auf den auch der Weihnachtsmann steht. Wenn ihr mögt könnt ihr den ja mal ausprobieren.

Quarkstollen
500g Mehl, 200g Zucker, 250g Quark, 125g Butter, 2 Eier, 200g Rosinen,
125g gemahlene Mandeln, 1x Backpulver, 1x Vanillezucker, etwas Zitronensaft, 50g Butter zum Bestreichen, Puderzucker
bei 175°C ca. 1Std backen Backen4Bei mir in der Küche, wurde nicht nur Klöben gemacht, sondern auch Kekse, ich habe zwar keine Engel die mir helfen, aber ich hatte auch kleine Helfer.Backen1Backen6Backen2          Backen3Und wie auch in echten Leben, die Frauen dürfen zu guter Letzt alles wieder saubermachen

Meine Großmutter erzählte immer sie hatte „Peppernütt“ „Pfeffernüsse“ oder „Braune Kuchen“ stets in rauen Mengen gemacht, da wurde nicht in einige Blechdosen gerechnet, sondern in einigen Milchkannen. Für einen großen Hof mit Knechten und Mägden, braucht man doch so einiges mehr als ich für mich.                                                                                                                                               Für alle die gerne in Milchkannen rechnen habe ich ein Rezept.                                        
                                              „Braune Kuchen“ in rauen Mengen                                            Zutaten: 16 Pfund Kuchensirup, 4 Pfund Hutzucker, 2 Pfund Gänseschmalz, 1 Flasche   Rosenwasser                                                                                                                  zusammen aufkochen lassen. Dann                                                                     .              20 Pfund Mehl, 4 Pfund gehackte Mandeln, die Schalen von 12 Zitronen, .½ Sukkade,        4 Lot (Anmerkung von mir. 1Lot = 15.2g) Nelken, 4 Lot Nelkenpfeffer und ¾ Pfund gereinigte, in heißen aufgelöste Pottasche                                                              Zubereitung: Vor dem Ausrollen nochmals mit 4 Pfund geriebenen Hutzucker und 4 Pfund  Mehl durchkneten.
„Braune Kuchen“ in rauen Mengen von Antje Erdmann- Degenhardt : Weihnachten in Schleswig – Holstein

Backen7

Sprichwörter – Oder wie komme ich nach Hause

Wie in jedem Landstrich, gibt es auch in Schleswig – Holstein Sprichwörter und Redewendungen.
Bei uns sind sie in der Regel auf Plattdeutsch und aus der „Guten alten Zeit“, als es noch keine Autos gab und man mit Pferden unterwegs war.
„Wenn de Buurn besopen sünd, lopen de peer am besten“
„Wenn die Bauern besoffen sind, laufen die Pferde am besten“
Zu manchen Sprichwörtern gibt es Geschichten, die wie der Topf zum Deckel passt.
In früheren Zeiten war es noch üblich, dass die Bauern und Knechte, nach getaner Arbeit, in die Wirtschaft gingen, um einen oder zwei oder … Grog zu trinken
So auch ein Vorfahr von mir, in der ersten Hälfte des letzten Jahrhundert lebte.
Da die Wirtschaft ein Stück entfernt war, fuhr er mit Pferd und Wagen und er war nicht der einzige.
Bauern und Knechte saßen da, an getrennten Tischen, zum Picheln. Wie sie so da saßen, kamen die Knechte auf eine Idee
– Was wird wohl passieren wenn wir die Pferde draußen umspannen, die Pferde vor die falschen Kutschen –                                   KutscheAm Besten findet man es heraus indem man es umsetzt und die Tiere umspannt. Zwei Knechte sind heimlich, ohne das es jemand merkt, nach draußen geschlichen, spannten um und kamen heimlich wieder rein.Pferd1
Als sich dann die Bauern, nach einem oder zwei oder … Grog, auf den Weg nach Hause machten, stieg jeder in seine Kutsche, das Pferd wurden einmal kurz angetrieben. Die Bauern lehnten sich zurück und überließen den Tieren das Feld, die wussten ja wo ihr Stall war. So kam die Pferde an ihrem zu Hause an.
Dumm nur, dass wie gesagt die Kutschen samt Bauer nicht auf dem richtigen Hof ankamen und da merkten die Bauern dann erst, dass sie an der anderen Seite des Dorfes waren.Pferd2Nach langen hin und her und mit der Hilfe der Knechte kamen die Bauern, dann doch noch in ihr richtiges Bett.
Die Bauern mussten sich in den nächsten Tagen noch den Spott der Dorfbewohner anhören. Die Knechte bekamen keinen großen Ärger für den Spaß, die Bauern haben sich sicher auf gleiche Weise revanchiert.

Heutzutage geschieht so ein Spaß nur selten, denn man geht nicht mehr sooft in die Wirtschaft und nimmt dann auch eher das Auto statt das Pferd.
Vielleicht kann man das in der Zukunft mal wieder machen, wenn es das selbstfahrende Auto gibt.

Kaffeklatsch 2 das „Letzte Stück“

Eine Sache gibt es noch die man wissen sollte, die mit dem „Letzten Stück“.                 Das ist nicht auf den Kaffeeklatsch beschränkt, sondern gilt generell für alle Mahlzeiten. In Angeln nimmt man beim Essen NIE das „Letzte Stück“, weder vom Teller, egal ob Kuchen oder Roulade noch aus der Schüssel die letzte Kartoffel oder den letzten Apfel, der herum gegeben werden.                                                                                                                                 Kaffeklatsch11              Kaffeklatsch10
Den Essteller isst man natürlich leer.
Ich kenne dafür zwei Theorien (dritte und vierte nehme ich gern entgegen). Das hat mal wieder mit dem – Mangel an nichts – zu tun.
1. Man will die Hausfrau nicht düpieren, in dem man den Teller leer macht und sie dadurch  nötigt noch Nachschlag aus der Küche zu holen, den sie vielleicht nicht mehr hat. – nicht das doch Mangel herrscht –
2. Es besteht ja jederzeit die Möglichkeit, dass unerwartet Besuch kommt und man möchte den natürlich gut bewirten – es herrscht ja kein Mangel –.
Zu dem „Letzten Stück“ gehört auch das „Nötigen“.                                                        Sollte wieder erwartend noch jemand Hunger haben und es ist noch das „letzte Stück“ auf dem Teller, kann man sich das nicht einfach nehmen, man muss dazu genötigt werden und zwar dreimal.
Das Ritual des Nötigen läuft wie folgt ab.
1x Gastgeberin : Nimm doch noch das letzte Stück.
     Gast :             Nein Danke, ich möchte keins mehr.
2x Gastgeberin : Ach, nun nimm doch.
     Gast :            Nee, lass man.
Kaffeklatsch9 3Ax Gastgeberin : Komm eins geht noch.
       Gast :             Wirklich nicht.
       Gastgeberin : OK, dann habe ich für morgen noch etwas.
3Bx Gastgeberin : Komm eins geht noch.
        Gast :             Na gut, wenn das Nötigen kein Ende hat.
       Gastgeberin : Bitte schön.          
                                                                                       
Bei uns zu Hause machen wir das in der Kurzversion:
„nimm, nimm, nimm“
Das „Letzte Stück“ führt in geselliger Runde, wenn das Gelage sich dem Ende nähert, oft zu der Diskussionen, wer denn hier Angelner ist und wer nicht.                                           Zählen Exil-Angelner der 2. Generation noch als Angelner, darf sich ein Exil-Angelner der  2. Generation der wieder in Angeln lebt, sich auch als solcher dazugehörig fühlen?        Und eine wichtige Frage ist auch „Wie sieht es mit den Zugereisten aus?“                   Haben sie jemals die Chance Angelner zu werden, nach 50 Jahren oder wenn sie als Kleinkind hier landeten?                                                                                                       Und die wichtige Frage, „Wie ist es mit den Eingeheirateten?“
Wenn ein nicht Angelner bei diesem Ritual nicht mitmacht und schon beim ersten Mal Nachfragen zugreift, ist das nicht schlimm, er wird auch beim nächsten mal wieder eingeladen.
Kaffeklatsch12Der Ursprung:                                                                                                                      Das „Letzte Stück“ mit dem „Nötigen“ liegt wohl einfach daran, dass die Gastgeberin mehr gemacht hat, als man essen kann. Von wegen: – man sollte ja nicht denken sie hätten an irgendwas Mangel, in Angeln, erst recht nicht an Torten. –                                                     
Fazit:                                                                                                                                  „Das letzte Stück“ ist ein liebgewonnenes Ritual geworden.

 

Kaffeeklatsch 1 Torte anschneiden

Die dunkle Jahreszeit hat wieder angefangen und die Zeit zum Kaffeeklatsch ist gekommen.
„Oh eine Einladung zum Kaffee in Angeln, da freue ich mich aber.“
Nun, nur nicht zu früh gefreut, so einfach ist das nicht, dahin gehen Kaffee trinken, Kuchen essen und nett schnacken. Nein, es gibt doch das ein oder andere, was man vorher wissen sollte.                                                                          Kaffeklatsch7Zuerst etwas über die Torte an sich, diese anscheinend ist bei uns speziell.
Bei uns schneidet sich jeder selbst ein Stück aus der Torte und gibt sie dann weiter herum. Man achtet natürlich darauf wie viel an der Tafel sitzen, damit die Stücke nicht zu groß werden, jeder etwas abbekommt und man darf sich auch kleine Stücke abschneiden.
Es kommt immer wieder vor, wenn Auswärtige mit am Tisch sitzen, dass diese versuchen sich ein Stück aus der Torte zu heben und feststellen, die ist ja noch gar nicht geschnitten. Dann fängt der Gast gerne an die Torte in Stück zu schneiden, dass die Gastgeberin wohl übersehen.
Kaffeklatsch6STOP HALT macht das nicht, bei uns kann das schon jeder selbst.
Wie immer die Ausnahme von der Regel.
Man darf seinem Nachbarn, nach Absprache, ein Stück abschneiden, ebenso wenn jemand am Tisch sitzt der einen lahmen Arm hat.
Und wenn es bei uns Zuhause Erdbeertorte gibt, die wird zugeteilt, denn da hört die Geschwisterliebe auf.
Jetzt zum Kaffeeklatsch im alten Angeln
Die größeren Bauernhöfen wollten natürlich zeigen, wer sie waren und man sollte ja nicht denken sie hätten an irgendwas Mangel, erst recht nicht an Torten.
Man trifft sich in der guten Stube, die Kaffeetafel ist mit dem guten Porzellan gedeckt, es stehen schon an den Tischenden Teller mit Kleingebäck.
Gleich nachdem man Platz genommen haben, schenkt die Hausfrau auch schon dampfenden Kaffee in die Tassen.
Jetzt kann sich jeder kurz seinem Sitznachbarn widmen, denn schon wird die erste Obstsahnetorte herumgeschickt – nicht vergessen jeder kann das selbst – erste Runde geschafft. Kaffeklatsch4
Dann kann es ja weiter gehen, die nächste Runde Sahnenuss kreist schon – nicht vergessen jeder kann … – puhh.
Es wird natürlich die ganze Zeit dafür gesorgt, dass die Kaffeetassen nicht leer werden.
Wo Kaffee ist darf Kuchen auch nicht fehlen.
Die dritte Runde Frankfurter Kranz – ja, nicht vergessen … – und nein es wird auch von diesem Kuchen genommen, überspringen ist unhöflich oder man bringt die Gastgeberin dazu, dass sie einem schnell ein Stück Torte auf den Teller schiebt.“Och, ein Stück geht doch noch.“                                                                                                                          Die Frage ist nun wie lange geht das noch, da gibt es eine grobe Richtlinie: Eine Torte pro Mann
Personen am Tisch gezählt, Torten gezählt, geschafft, es geht auch nichts mehr rein. Nein, nicht geschafft, da sind doch noch die Butterbrötchen die, die Runde machen und die Keksteller warten auch noch.                                                                                                                                                                                                                                                Wir sind ja in Angeln und da soll niemand denken, dass es an etwas mangelt.                                                                                                                               So, das Prinzip ist soweit klar, es wird von jeder Torte und jedem Teller genommen.             Keine Angst niemand geht hier hungrig nach Hause.
                    Kaffeklatsch3                                                                                                                                                               So war es im guten altem Angeln.                                                                                      Heute ist es nicht mehr ganz so schlimm, die Anzahl der Torten ist realistisch und man darf auch Torte, Brötchen und Kekse auslassen. In meiner Kindheit war der Kaffeeklatsch noch sehr üppig, wenn auch nicht mehr ganz so üppig, wie in alten Zeiten.
Hier will ich auf Siegfried Lenz verweisen.                                                                            Er hatte auf Alsen, an der Nordseite der Flensburger Förde, ein Sommerhaus und wurde von seinen Nachbarn zur Jütländischen Kaffeetafel eingeladen. Diese hat er im gleichnamigen Buch vortrefflich beschrieben.
Das Prinzip unser dänischen Nachbarn ist das gleich, vielleicht abgesehen von der Uhrzeit, bei den Dänen findet es am Abend und bei uns am Nachmittag statt und das es auch heute noch sehr üppig ist.                                                                                     Jütländische Kaffeetafeln von Siegfried Lenz
Kaffeklatsch8Fazit:
Keiner braucht Sorge haben hungrig nach Hause zugehen.
und
Tortenstücke schneidet sich jeder selber ab.

Busfahren im Dunkeln

Neulich war ich zu Besuch bei meiner Schwester und wollte am Sonntagabend wieder, mit dem Bus, nach Hause. Und weil es jetzt ja schon früh dunkel ist habe ich mir wohlweislich eine Taschenlampe mitgenommen, da der Weg zum Bus dunkel ist und die Bushaltestelle an der Nordstraße keine Beleuchtung hat.Schilder -000238Ich kam also heilen Fußes an der Bushaltestelle an, dort wartete auch schon ein älterer Herr. Als wir da so warteten hatte ich die ganze Zeit mein Licht an, nachdem der Bus dann zusehen war, habe ich etwas mehr auf die Straße geleuchtet, damit er uns auch sieht.
Der rauschte auch ran und ups, rauschte an uns vorbei, na toll dann gehe ich eben zurück und fahr erst morgen, und ging in die Eisen, kam 50 m hinter der Bushaltestelle zum Stehen. O Gott da stehen ja Leute an der Haltestelle, was machen die denn da, die wollen doch nicht etwa mit mir.
Die Rückfahrlichter gingen an, der Bus setzte zurück, wir gingen zum Bus.Mittwoch 23.11.2011 004Der Busfahrer entschuldigte sich, Gegenverkehr geblendet und so. Ich denke eher, mit dem Kopf schon im Feierabend oder er hat nicht erwartet das es Leute gibt die mit einem Linienbus fahren wollen.
Mein Fazit ist, ich muss wohl das Nächste mal, an der Haltestelle, ein Lagerfeuer machen.2010_07_27_2759Naja, ich kam nach Hause.

Fundstück der Woche

Limo1Die habe ich bei REWE in Flensburg entdeckt und musste diese unbedingt mitnehmen.
Angeliter Sprudel (andere sagen vllt Limo) in den Geschmacksrichtungen Zitrone, Orange und Cola                                                                                     .Limo4Ich habe die drei natürlich probiert.
Zitrone:
Fand ich sehr lecker. Eigentlich mag ich so was wie Sprit ja nicht, aber hier schmeckt der Zitronensprudel, so wie ich ihn aus meiner Kindheit in Erinnerung habe, nicht so süß wie die meiste die man heute bekommt.
Orange:
Fand ich auch sehr lecker. Da kann ich das gleiche sagen, wie beim Zitronensprudel.
Cola:
Fand ich auch gut, muss aber gegenüber den beiden anderen leichte Abstriche machen.
Mir fehlte ein bisschen mehr vom typischen Colageschmack.Limo2Fazit:
Die drei sind eine schöne Bereicherung auf unserm Sprudelmarkt. Sie sind zwar etwas teurer (~ 1,60 € pro Flasche), aber dafür aus unserer Region aus einer kleinen Brauerei mit dem bescheidenen Namen Weltbrauerei.
Eine Angeliter ErfrischungLimo3
Die Brauerei ( http://www.brauerei-taarstedt.de ) aus Taarstedt wurde 2012 eröffnet und braut natürlich auch Bier, in vier Geschmacksrichtungen. Auf der Internetseite steht, unter „Unser Bier“, wo man die Produkte kaufen kann.
Ich weiß natürlich nicht wie oft die Seite aktualisiert wird, denn die Sprudelgetränke und REWE Flensburg, findet man da noch nicht, aber zur Not haben die ja auch noch eine Telefonnummer.                                                                                                                    Die Biere habe ich noch nicht probiert, weil sie mir noch nicht über den Weg gelaufen sind, werde das aber nachholen, wenn ich sie finde.